Der große Lachs-Check

Ernährung, Lifestyle  /   /  Von Andrea Willich
Greenpeace weist in einem Fischratgeber auf den nachhaltig korrekten Verzehr von Lachs hin. Auf in Aquakulturen gezüchteten Lachs sollte verzichtet werden.

Die Osterfeiertage – vor allem der Karfreitag – ist in Deutschland Fischtag. Doch wie kann man ökologisch vertretbaren Fisch an der Kühltheke auswählen? Und ist der Zuchtlachs, der in Aquakulturen herangezogen wird, nachhaltig?

Pünktlich zu Ostern macht die Umweltorganisation Greenpeace auf diese Problematik aufmerksam. In einem Fischratgeber zeigt die unabhängige Umweltorganisation ökologisch vertretbaren Fisch sowie Meeresfrüchte und bietet damit Verbrauchern Orientierung. „Zahlreiche Fang- und Zuchtmethoden schaden der Umwelt erheblich. Zudem sind viele Bestände überfischt“, sagt Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace. „Um die richtige Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein deshalb nicht aus – ausschlaggebend ist, wo und wie der Fisch gefangen oder gezüchtet wurde.“

Beispiel Lachs

Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische der Deutschen. Laut Fisch-Informationszentrum rangiert er auf Platz zwei, gleich hinter dem Alaska-Seelachs. „Der Lachs ist ein Klassiker auf unseren Tellern, doch gleichzeitig auch ein Sorgenkind“, so Schöttner.

Überfischte Bestände und umweltschädliche Fang- oder Zuchtmethoden sind der Grund für eine rote Bewertung im aktuellen Greenpeace-Fischratgeber; der Ratgeber empfiehlt damit, nicht zu kaufen. Jedoch gibt es durchaus Ausnahmen, die noch ökologisch vertretbar sind: Etwa der Pazifische Lachs aus dem Nordostpazifik, der im Golf von Alaska mit Ringwaden, Schleppangeln oder Stellnetzen gefangen wurde. Ebenfalls noch im grünen Bereich liegt der Pazifische Lachs aus Wildfischereien der russischen Subfanggebiete Iturup-Insel und Sakhalin-Insel – sofern er dort mit Fallen gefangen wurde. Angaben zu Fanggebiet, Subfanggebiet und Fangmethode finden sich auf der Fisch-Verpackung oder an der Fischtheke – leider sind sie nicht immer vollständig aufgeführt.

Nein zu Lachs aus Aquakultur 

Verzichten sollten Verbraucher generell auf Lachs aus Aquakultur. Er stammt aus Massentierhaltung – mit allen erdenklichen Belgleiterscheinungen. Beispielsweise ist er aufgrund des eingesetzten Futters nicht ökologisch vertretbar: Die Produktion von einem Kilogramm Lachs benötigt ein bis zwei Kilogramm Fischmehl. Für ein Kilo Fischmehl werden bis zu sechs Kilo frischer Fisch verarbeitet. Fisch, der aus überfischten Beständen kommen kann. Nachhaltig geht anders.

Schaubild Lachs


Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische der Deutschen. Laut Fisch-Informationszentrum rangiert er auf Platz zwei, gleich hinter dem Alaska-Seelachs. „obs/Greenpeace e.V.“

In Deutschland kommen laut Fisch-Informationszentrum jährlich rund 1,1 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch. Das entspricht durchschnittlich rund 14 Kilogramm pro Person. „Jede und jeder kann zum Schutz der Meere beitragen: Selten Fisch und Meeresfrüchte essen, Fisch aus nachhaltiger Herkunft kaufen sowie den Handel auf mit ‚Rot‘ bewerteten Fisch und Produkte mit mangelnder Kennzeichnung hinweisen“, sagt Schöttner. Von Fischindustrie und Einzelhandel fordert Greenpeace ein durchgängig nachhaltiges und transparentes Vorgehen bei Produktion, Ein- und Verkauf.

Für den Fischratgeber hat Greenpeace auf Basis einer mit Wissenschaftlern erarbeiteten Methode rund 115 Arten bewertet, unterteilt in 550 Wildfischbestände und 120 Herkunftsländer von Aquakultur-Fisch. Der Fischratgeber ist im Print-Taschenformat und als App erhältlich.

Über den Autor

Ähnliche Beiträge

Ab morgen (Mittwoch) gilt ein neues elektronisches EU-Bescheinigungssystem zur besseren Überwachung...

Nachhaltiger Warenkorb – das bedeutet regelmäßige Alternativen aufzeigen zu unserem normalen...

Die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausgegebene Fachzeitschrift...

Antworten