E-Health ist der Oberbegriff für vielerlei Anwendungen elektronischer Geräte zur medizinischen Versorgung und anderer Aufgaben im Gesundheitswesen.
Der Einsatz moderner Digitalisierungstechniken in der Medizin hat inzwischen eine Reihe von Feldern eröffnet, in denen e-Gesundheit eingesetzt wird. Eines dieser Felder ist die Bereitstellung von Informationen für Patienten oder Ärzte beispielsweise über Internetinformationsportale oder Apps, ein Zweites der Austausch von Informationen zwischen zwei Beteiligten, entweder Arzt-Patient oder Arzt zu Arzt, ohne dasseine direkte und zeitnahe Reaktion des Kommunikationspartners notwendig ist.
Als drittes großes Feld kommt die Interaktion hinzu, also der Austausch von Informationenoder Daten zwischen Beteiligten. Was sich so sperrig anhört, ist beim Einsatz von Home-Monitoring, also bei der Überwachung von Herz- oder Schlaganfallpatienten längst Normalität geworden. Vor dem Hintergrund explodierender Gesundheitskosten treten aber vor allem Verwaltungsvereinfachungen immer wieder in den Vordergrund.
Überbordende Papierflut
Während bei Banken und in großen Konzernen seit Jahren elektronische Aktenführung eingesetzt wird, tut sich die Gesundheitsbranche noch recht schwer mit derDatendigitalisierung. Zwar gibt es Krankenhaus-Informations-Systeme (KIS), doch vieles wird immer noch auf dem herkömmlichen Papierweg übermittelt. Das Institut für Krankenhauswesen in Braunschweig hat in einer Modellrechnung einmal aufgestellt, dass in einem mittelgroßen Krankenhaus bei etwa 20.000 Fällen pro Jahr und 50 Dokumenten pro Patient schnell etwa eine Million Belege entstehen.
Widerstand bröckelt
Der Widerstand der Digitalisierungsgegner im e-Health Bereich beginnt derweil zu bröckeln. Ihre wichtigsten Argumente: Der Datenschutz, aber auch eine Reihe von technischen Argumenten, wie langfristige lesbare IT Informationen (wer kann heute noch eine Diskette lesen, die älter als zehn Jahre ist ?), eines einheitlichen Digitalisierungsstandards und die bislang fehlende digitale, rechtssichere Signatur.
Inzwischen überwiegen bei den meisten Ärzten die Vorteile: Eine Accenture Studie belegt, dass die befragten Ärzte Vorteile vor allem in der leichteren Verfügbarkeit von hochwertigen Daten für die klinische Forschung (70,9 Prozent) sehen, sowie in einer verbesserten Koordination von Therapien (69,1 Prozent) und Vorteile in der Verringerung von Behandlungsfehlern (66 Prozent). Über drei Viertel aller Befragten meinen, dass sich dadurch organisationsübergreifende Arbeit sprozesse verbessern ließen. Auch die Koordination der Patientenversorgung über verschiedene Einrichtungen hinweg (72,6 Prozent), die Genauigkeit von Diagnosen (67,1 Prozent) sowie der Zugang zu medizinischen Leistungen (66,7 Prozent) würden verbessert.
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