Unter reinen Laborbedingungen kann man Emissionen nicht messen. Die EU will das jetzt ändern.

Zuverlässige Emissionsprüfverfahren sind die Grundlage für die genau Messung von Treibhausgasemissionen. Diese sind zudem wichtig, um die genauen Werte der Verschmutzungsgrade von Autos zu messen. Der Abgasskandal in der Autoindustrie hat seine Spuren hinterlassen.

Heute haben unabhängige Wissenschaftler einer hochrangigen Beratergruppe der Kommission ihre Stellungnahme zur Verbesserung der Messung von CO2 –Emissionen von Autos übergeben. In der Stellungnahme begrüßen die Wissenschaftler das Vorhaben der Kommission, ab 2017 neue Emissionsprüfverfahren einzuführen.

Labor und Alltag müssen zusammengebracht werden
Schwerpunkt des wissenschaftlichen Berichts ist die Frage, wie die wachsende Kluft zwischen der im Labor ermittelten Höhe der CO2 –Emissionen von Autos und ihrer tatsächlichen Ausstöße unter realen Fahrbedingungen geschlossen werden kann. Um die Messung von CO2 –Emissionen realistischer zu gestalten, hatte die Kommission vorgeschlagen, ab 2017 anstelle des derzeit geltenden laborbasierten Überprüfungsmechanismus (New European Driving Cycle (NEDC)), ein neues Verfahren (World Harmonised Light Vehicle Test Procedure (WLTP)) einzuführen.

Die Empfehlungen stammen von wissenschaftlichen Beratern des Scientific Advice Mechanism (SAM), den die Kommission vor einem Jahr ins Leben gerufen hatte. Nach Ansicht der Wissenschaftler wird das neue Verfahren die bestehende Lücke beträchtlich reduzieren können. Es wird allerdings nicht davon ausgegangen, dass die Lücke durch das neue Verfahren komplett geschlossen werden kann. Die Gruppe empfiehlt eine regelmäßige Überprüfung des neuen Verfahrens sowie ein Rahmenwerk zur Kontrolle der Emissionen unter realen Fahrbedingungen.

Die World Harmonised Light Vehicle Test Procedure ist ein weltweit harmonisiertes System, das von der UN-Wirtschaftskommission für Europa mit Unterstützung der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Für die Kommission ist die Stellungnahme der Wissenschaftler eine wichtige Orientierungshilfe für das geplante Vorhaben.

Bessere Rechtsetzung

Carlos Moedas, Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, sagte: „Erst letztes Jahr haben wir die Gruppe der Hochrangigen Wissenschaftlichen Berater aufgestellt, um in Übereinstimmung mit der Agenda für bessere Rechtsetzung die Qualität der EU-Gesetzgebung zu verbessern. Das ist mit dem ersten Bericht geschehen. Wir müssen die CO2–Emissionen von Autos und Kleintransportern verringern, wenn wir die Klima- und Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen, und jetzt haben wir eine zusätzliche wissenschaftliche Beweisgrundlage, um zukünftige Klimapolitiken in dem Bereich zu gestalten.“

Miguel Arias Cañete, Kommissar für Klimaschutz und Energie, sagte: „Die Reduzierung von CO2–Emissionen und repräsentativere Messungen werden europäische und globale Bemühungen hin zu einem kohlenstoffärmeren Transportwesen im Lichte der internationalen Verpflichtungen zur Bekämpfung des Klimawandels unterstützen. Ein wichtiger Schritt war die Übernahme des neuen Emissionsprüfverfahrens. Die erste Stellungnahme der Hochrangigen SAM – Beratergruppe wird zweifellos zu einem Hauptbezugspunkt für unsere Arbeit bezüglich der Post-2020 Emissionsnormen für Autos und Kleintransporter werden.“

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