FAIReconomics Newsletter KW 20/2020 NACHRICHTEN                                    English version

Digitale und Grüne Konjunkturpakete: Corona-Konjunkturpakete müssen grün und digital sein, fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Auf der re:publica 2020, die in diesem Jahr kompletten das Internet verlagert wurde, sprach sich die Ministerin dagegen aus, mit der beginnenden „neuen Normalität“ im Umgang mit dem Coronavirus das Rad beim Klimaschutz zurückzudrehen. Aufgrund der Digitalisierung habe sich in der Gesellschaft bereits etwas verändert. Auf einmal sei es machbar, eine Videoschaltung statt einem Treffen vor Ort „morgens zwischendurch“ reinzuschieben. Diese Erfahrung machten momentan viele Menschen und dürften sich so auch künftig fragen, wieso sie für ein Meeting „zehn Stunden durch die Gegend fahren“ sollten. heise.de

junkyard-1501245_640 FAIReconomics Newsletter KW 20/2020 NACHRICHTEN: Digitale und nachhaltige Konjunkturpakete, Gegenwind beim Abwracken, NO2 Werte gehen zurück, mehr Ladesäulen, Newsletter

Gegenwind gegen Abwrackprämie: Monika Schnitzer, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat sich gegen staatliche Kaufprämien für alle Neuwagen ausgesprochen. „Das ist purer Lobbyismus, genauso wie die Forderung, nun Abstriche bei Um­weltauflagen zu machen“, sagte die Wirtschaftsweise. „Durch Kaufanreize werden Käufe vorgezogen, die in den Folgejahren fehlen.“ Außerdem würden die Prämien benutzt, um ausländische Automobilmarken zu kaufen. Schnitzer: „So war es zumindest beim letzten Abwrackprogramm in der Finanzkrise.“ Gerade die Autoindustrie, so die Wirtschaftswissenschaftlerin, habe lange „wichtige Trends wie die E-Mobilität und die Wasserstofftechnologie verschlafen“. Da könne die Corona-Pandemie keine Ausrede sein, um das alte Geschäftsmodell auf viele weitere Jahre zu zementieren. Die Ökonomin kann sich aber grundsätzlich Hilfen für die Autoindustrie vorstellen. „Eine Kombination von Kaufprämien z.B. für Elektro-Autos, verbunden mit Investitionen in Ladeinfrastrukturen könnte schon sinnvoll sein“, sagte Schnitzer. spiegel.defaz.de

Rund 27.730 öffentlichen Ladepunkte sind derzeit in Deutschland zugänglich. Davon sind 14 Prozent Schnelllader. Ende letzten Jahres waren es noch 23.840 Ladepunkte. Das ist ein Zuwachs von über 16 Prozent innerhalb der ersten vier Monate – trotz der Corona-Krise. bdew.de

Rückgang an NO2 Werten in der Coronakrise: In fast allen Bundesländer wurde ein signifikanter Rück­gang der Stickstoffdioxid-Werte aufgrund des reduzierten Straßenverkehrs gemessen.  In Berlin etwa gingen die NO2-Werte während des Corona-Shutdowns im Mittel um fast 30 Prozent gegenüber den Vor­mo­­naten zurück. In keinem Bundesland sind die Werte gestiegen. Dies steht im kompletten Gegensatz zu Veröffentlichungen in den letzten Wochen, nach denen die Werte trotz des reduzierten Verkehrsaufkommens gleich ge­blie­ben oder sogar gestiegen seien. Immer wieder im Blickfeld stand dabei eine Messstation in Stuttgarter Neckartor.  Dort war die mittlere NO2-Konzentration im März und April gegenüber den Februar­wer­ten leicht angestiegen. Auch wenn der Verkehr dort zurückging, lag das an einem Wetterumschwung. Im Februar hatten Regen und Wind für außerordentlich niedrigere Werte gesorgt. tagesschau.defair-economics.de

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Strompreise in Deutschland: Nur Dänemark ist bei den Strompreisen noch teurer als Deutschland. Ende 2019 musste man in Deutschland 28,70 Euro pro 100 Kilowattstunden berappen. In Dänemark lag der Preis noch 50 Cent höher, im europäischen Durchschnitt bezahlen die Verbraucher aber nur 21,60 Euro. wobei ein Preisanstieg von 1,3 Prozent innerhalb eines Jahres zu verzeichnen ist. Dabei sind in Deutschland übrigens die Preise gefallen. Die Europäische Statistikbehörde hat eine Preissenkung um 4,2 Prozent festgestellt. Nicht zu vergessen, der Fiskus ist mit 54 Prozent an der Rechnung beteiligt, so hoch sind Steuern und Abgaben. In Dänemark sind es 64 Prozent. wiwo.de

Hausmüllberge wachsen: In der Coronakrise wachsen die Müllmengen, die Branche schätzt, dass es etwa 20 Prozent sind. Besorgt zeigen sich die Verbände, dass die Mülltrennung nicht mehr funktioniert. „Es kommen vermehrt Hinweise, dass Haushalte die Sortierung einstellen“, wird die Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft, DGAW, zitiert. Das liege daran, dass die  Tonnen für daserhöhte Hausmüllvolumen nicht mehr ausreichten. Auch illegale Ablagerungen haben  zugenom­men. Zum Teil würden Abfälle einfach in die Natur geschmissen, insbesondere in räumlicher Nähe von geschlossenen Wertstoffhöfen und im Bereich von öffentlich aufgestellten Sammelcontai­nern. welt.de

Waldrodung zur Kiesgewinnung in Bayern: Die bayerische Bauwirtschaft verbaut jedes Jahr rund 120 Millionen Tonnen Kies, der zur Herstellung von Beton benötigt wird. Ein Teil dieses Kies wird aus den Flusstälern genommen oder aus der sogenannten Münchener Schotterebene, Reste der letzten Eiszeit. Doch zur Kiesgewinnung werden immer mehr natürliche Lebens­räumem zerstört und Wälder abgeholzt. Längst gibt es aber Alternativen durch Bauschutt. Experten gehen davon aus, dass rund 20 Prozent des Naturkieses eingespart werden könnten. br.de

BUCHTIPP DER WOCHE:

NoCar FAIReconomics Newsletter KW 20/2020 NACHRICHTEN: Digitale und nachhaltige Konjunkturpakete, Gegenwind beim Abwracken, NO2 Werte gehen zurück, mehr Ladesäulen, Newsletter No Car – Eine Streitschrift für die Mobilität der Zukunft

Autonom, elektrisch, vernetzt – das sind die Stichworte, die die Mobilität der Zukunft beschreiben sollen; sie fehlen in keiner Sonntagsrede. Doch weder das elektrische noch das autonome Fahren haben eine Zukunft. Das vernetzte Fahren aber wird die Mobilität prägen: mit Fernbahn, Straßenbahnen und der vielleicht besten Erfindung des Menschen, dem Fahrrad. Autos haben hier keinen Platz, zu ineffizient sind sie, zu verheerend ist ihre ökologische Bilanz. Alternativen gibt es genug. Salomon Scharffenberg stellt sie vor. Dieses Buch ist ein provokanter Beitrag zu der Frage, wie eine zukunftsfähige und verantwortliche Mobilität aussehen kann. oekom.de

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Europäische Solarforschung und -industrie: Besorgt über fehlende Signale für die Branche im Rahmen des EU Green Deals. fair-economics.de
Allianz: Der Versicherungskonzern gibt sich als klimafreundlich, der zweite Blick ernüchtert. wiwo.de
Corona-Krise: Bremst Investitionen in den Klimaschutz.  manager-magazin.de
Neue Studie: Wie sich die Digitalisierung auf den Klimaschutz auswirken kann. zfk.de
Dürre: Wälder und Felder sind am Limit. klimareporter.de
Koalitionszoff: CDU und SPD in der Klima- und Energiepolitik auf Konfrontationskurs.handelsblatt.com

MOBILITÄT:

Neuzulassungen gesunken: Wegen der Corona-Krise ist die Zahl der Auto-Neuzulassungen im April  im Vergleich zum Vor­jahresmonat um 61,1 Prozent gesunken. Insgesamt wurden im April 120.840 PKW neu zugelassen.  58 Prozent wurden für Unternehmen, knapp 42 Prozent für Privatkäufer zugelassen. Alle deutschen Autobauer zeigen zweistellige Rückgänge. Nur  Tesla legte um zehn Prozent zu. manager-magazin.de

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Umsatzrückgang bei Fahrrädern: Es gab nur wenige Bundesländer, in denen Fahrradläden in der ersten Phase der Pandemie geöffnet haben durften. Beispielsweise in Berlin. So klagen die Fachhändler über 20 und 30 Prozent weniger Umsatz in den ersten April-Wochen.  Nach dem LockUp haben. „…die Kunden … die Läden (…) trotz strenger Hygienebestimmungen förmlich überrannt und uns kaum eine freie Minute mehr gelassen“, so ein Fahrradhändler. Inzwischen sind Fahrräder vor allem Alltagsfahrzeuge. Doch das Bild ist unterschiedlich. Die Alltagsmobilität vor allem der jüngeren Generationen ist nicht mehr ganz so eindeutig vom Auto geprägt, in der älteren Generationen hat das Auto eine große Bedeutung.  83 Prozent der rund drei Millionen Haushalte in Hessen verfügen über ein Auto, aber nur 77 Prozent über mindestens ein Fahrrad. sueddeutsche.de , faz.net

Brüsseler Innenstadt ungewohnt ruhig: Es ist ungewohnt ruhig in der Brüsseler Innenstadt. Das soll nach den Lockerungen in der Pandemie so bleiben, denn Radler, aber auch Fußgänger sollen zukünftig Vor­rang haben und mehr Platz bekommen. Die Reaktionen gemischt. tagesschau.de

Elektrohighway in Hessen hakt: Wegen der Corona-Beschränkungen können nur zwei Testfahrzeuge auf dem Stecke unterwegs sein.  Eigentlich sollten es doppelt so viele sein. Auf einem fünf Kilometer langen Streckenabschnitt können spezielle Hybrid-Lastwagen an einer Oberleitung Strom tanken. elektroniknet.de

Plus-Bus statt abgehängt: Sie sollen Lücken im Verkehrsnetz schließen und so den öffentlichen Nahverkehr auf dem Land attraktiv machen: Plus-Busse verbreiten sich von Sachsen aus in Deutschland. zeit.de

Keine Subvention von Nachtzügen: Die Bundesregierung steht nach eigener Aussage einer Ausweitung des Angebotes für Nachtzugverkehre offen gegenüber. Voraussetzung sei eine wirtschaftlich tragfähige Gestaltung des Angebots, heißt es in der Antwort (19/18819) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/17474). Der Nachtzugverkehr falle in den Bereich des Personenfernverkehrs und werde eigenwirtschaftlich von Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) betrieben, die die erwartete Nachfrage und Wirtschaftlichkeit abwägen würden, heißt es in der Antwort. Gleichzeitig werde die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene in der Nachfrage und Wirtschaftlichkeit von entsprechenden Angeboten beeinflusst. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Personenfernverkehrs gegenüber dem Luftverkehr zu stärken, habe die Bundesregierung im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 Maßnahmen beschlossen. Durch die Senkung des Umsatzsteuersatzes beim Bahnfahren im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent würden Bahntickets günstiger – die Steuer auf Flugtickets sei hingegen zum 1. April 2020 erhöht worden. “

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Ausbau der Ladeinfrastruktur: Die Fraktionen der Regierungskoalition wollen den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in Gebäuden beschleunigen. Dazu haben CDU/CSU und SPD einen Gesetzentwurf (19/18962) vorgelegt. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) setze eine entsprechende EU-Gebäuderichtlinie in nationales Recht um. In dem Entwurf erklären die Abgeordneten, Wohn- und Nichtwohngebäude mit größeren Parkplätzen zu adressieren. „Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, die Möglichkeiten für das Laden von Elektrofahrzeugen zu Hause, am Arbeitsplatz und bei der Erledigung alltäglicher Besorgungen zu verbessern.“ Möglich werde dies durch eine bessere Infrastruktur und durch mehr Ladepunkte. Konkret sollen in zu errichtenden Wohngebäuden oder bei der größeren Renovierung eines Wohngebäudes mit mehr als zehn Stellplätzen künftig alle Stellplätze mit der Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität ausgestattet werden. Bei Nichtwohngebäuden erhält den Angaben zufolge jeder fünfte Stellplatz eine solche Infrastruktur. Zusätzlich sei mindestens ein Ladepunkt zu errichten. Das Gesetz gelte nicht für Nichtwohngebäude kleiner und mittlerer Unternehmen, die weitgehend selbst genutzt werden. Auch gebe es Ausnahmen, wenn die Kosten für die Lade- und Leitungsinfrastruktur in bestehenden Gebäuden sieben Prozent der Gesamtkosten einer größeren Renovierung des Gebäudes überschreiten. Öffentliche Gebäude, die bereits vergleichbaren Anforderungen unterliegen, seien von den Regelungen ausgenommen. Wer gegen das Gesetz verstößt, soll mit Bußgeldern rechnen müssen. Das Gesetz betreffe außerdem nur die Ladeinfrastruktur für Personenkraftfahrzeuge und Lieferfahrzeuge.

Umfassender Klimaschutz gefordert: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag (19/18961) vorgelegt, in dem sie die Bundesregierung auffordert, einen Klimaplan für eine klimagerechte, ökologische und tierfreundliche Landwirtschaft und einen Waldschutzplan zum flächendecken Umbau in einen klimagerechten, naturnahen Wald vorzulegen. Auch solle die Regierung Pläne für widerstandsfähige und lebenswerte Städte sowie zur Rückhaltung des Wassers in der Landschaft und zur Sicherstellung der Wasserversorgung vorlegen. Für das Jahr 2020 drohe eine „weitere längere Trockenphase“. Entscheidend sei, dass der Klimaschutz „nicht auf die lange Bank geschoben“ werde, sondern Maßnahmen schnell und wirksam umgesetzt werden, schreiben die Abgeordneten in dem Antrag. Eckpunkte des Klimaplans müssten Maßnahmen sein, um die Kohlenstoffbindung im Boden und den Humusaufbau zu steigern. Auch Agroforstsysteme, Mischkulturen und weitere Fruchtfolgen mit Zwischenfrüchten müssten gefördert werden. Ein Pestizidreduktionsprogramm zur Schonung des Bodenlebens müsse darin enthalten sein. Für Betriebe seien Diversifizierungsprogramme nötig, die sie dabei unterstützten, trockenheitsangepasste Kulturpflanzen anzubauen und zu vermarkten. Bestandteil müsse auch ein Förderprogramm zur Erhöhung des Ökolandbauanteils auf mindestens 30 Prozent der Anbaufläche bis 2030 und ein Ausbau regional verarbeitender und vermarktender Strukturen sein, schreiben die Grünen.

Experten kritisieren hohe Flächenverluste Um das ursprünglich für 2020 vorgesehene und inzwischen auf 2030 verschobene Ziel zu erreichen, das Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsflächen auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen, braucht es verstärkte Anstrengungen. Das machten die zu einem öffentlichen Fachgespräch des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung zum Thema „Flächeninanspruchnahme – Flächen nachhaltig nutzen“ geladenen Experten am Mittwochabend deutlich. Notwendig sei ein stärkerer Fokus auf kompaktere Siedlungsformen beziehungsweise auf den Vorrang der Innen- vor der Außenentwicklung, sagte Professor Dirk Löhr von der Hochschule Trier. Thomas Preuss vom Deutschen Institut für Urbanistik forderte, ökonomische Fehlanreize abzubauen. Stefan Petzold vom Nabu-Bundesverband betonte, Ziel müsse sein, so schnell wie möglich zu einem Netto-Null-Flächenverbrauch zu gelangen. Der Flächenverlust liege derzeit bei 60 Hektor pro Tag, was der Fläche von Frankfurt am Main entspreche, sagte Petzold und forderte, Flächen besser vor Bebauung zu schützen. Er verwies auf die Bodenschutzklausel in Paragraf 1a des Baugesetzbuches, „die gelebt werden muss“. Darin heißt es: „Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen für bauliche Nutzungen die Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung zu nutzen sowie Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen.“ bundestag.de

Leichte Kunststofftaschen – Verbot umstritten;  Der Gesetzentwurf zum Verbot leichter Kunststofftragetaschen wird kontrovers beurteilt. Das wurde beim per Videokonferenz durchgeführten öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit am Mittwochmittag deutlich. „Die Frage, die sich uns heute stellt, ist, ob diese erste Aktion zur Bekämpfung der Plastikflut das zielführende Mittel ist“, beschrieb die Vorsitzende Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen) die Problematik. Im Entwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Verpackungsgesetzes (19/16503) geht es darum, leichte Kunststofftragetaschen, also solche mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern zu reduzieren. Derzeit werden in Deutschland pro Jahr und Kopf rund 20 Kunststofftragetaschen der entsprechenden Wandstärke verbraucht. Dies stelle in der Regel „eine ineffiziente Ressourcennutzung dar“, schreibt die Regierung, da diese Taschen seltener wiederverwendet würden als Kunststofftragetaschen aus stärkerem Material. Ausgenommen werden sollen von dem Verbot bestimmte, sehr leichte Kunststofftragetaschen, sogenannte Hemdchenbeutel etwa für Obst und Gemüse. bundestag.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Der Fokus auf diesen Coronavirus und die Krise, die damit einhergeht, ist ja nicht nur eine Gesundheitssystemkrise, sondern, was sich im Augenblick abspielt, ist ja auch ein wirtschaftlicher Kollaps, mit all den wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen. Von daher handelt es sich nicht nur um eine Zahl, die mit Erkrankten und Toten zu tun hat, sondern über 190 Millionen Arbeitsplätze verloren, Wirtschaft schrumpft, Pleiten, Arbeitslosigkeit, vor allem auch in Entwicklungsländern, keine sozialen Sicherungssysteme, Regierungssysteme brechen zusammen. Das heißt, wir haben es hier mit einer Krise zu tun, die innerhalb von 12, 16 Wochen die Welt fast zu einem Stillstand gebracht hat und das hat natürlich Konsequenzen, wie wir sie in dieser Form noch nie erlebt haben, zumindest nicht in den letzten 75 Jahren.“
Achim Steiner, Chef des UN-Entwicklungsprogramm UNDP, er glaube, das Gemeinschaften resisilienter würden, das sehen man gerade in den sehr unterschiedlichen Ergebnissen, die Länder im Augenblick bei der Bekämpfung dieses Virus erzielten. Ob man den indischen Bundesstaat wie Kerala als Beispiel nehme, gerade dort habe sich eben gezeigt, wie sehr es sich lohne, nicht nur in die Gesundheitssysteme zu investieren, sondern auch in öffentliche Bildung, in Krisenmanagement. Deswegen habe Kerala erstaunlich gut mit dieser Krise umgehen können…. Das heiße, die Investitionen in Gesundheitssysteme, soziale Sicherungssysteme, aber auch in eine kompetente Regierung, die in diesem Moment krisenfähig sei, zahle sich sehr wohl aus. Und genau das stehe natürlich jetzt vor dem Hintergrund der Coronakrise sehr auf der Kippe, denn viele Länder würden vielleicht Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte ihres Entwicklungsfortschritts verlieren. deutschlandfunk.de

„Eine entscheidende Lehre ist: Die Klimakrise ist nicht neu. Menschliche Gesellschaften haben sie herbeigeführt, vor allem solche, die finanziell von der Industrialisierung profitieren. In den meisten Herrschaftssystemen ist nur ein Teil der Gesellschaft dafür verantwortlich, ein anderer Teil muss sie ausbaden. Und dieser Teil muss dann damit zurechtkommen, dass sich die Umwelt radikal verändert und er immer weniger Möglichkeiten hat, sich dem anzupassen. Als die USA Indigene zur Umsiedlung in abgelegene Gebiete zwangen, mussten diese sich in sehr kurzer Zeit an neue Ökosysteme anpassen.“
Kyle Whyte, Professor für indigene Klimagerechtigkeit, indigene Gemeinschaften hätten eine lange Geschichte von Bildung und Forschung. Der Kolonialismus aber habe sie zum Schweigen gebracht. Wir müssten unsere Wissenschaften selbstbewusst wiederbeleben und pflegen. Das Volk der Karuk etwa habe nun seine Kenntnisse über die Landschaftspflege mithilfe von kontrollierten Feuern systematisch erfasst. Seit 1994 gebees außerdem das Institut für Nachhaltige Entwicklung am College of Menominee Nation. Dort untersuchten indigene Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen etwa, wie die Menominee in ihrem Reservat einen Wald managen würden, der kulturell und wirtschaftlich für sie wichtig sei. enorm-magazin.de

MEHR WISSEN

Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen: Welche Modelle von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen es in Deutschland und in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gibt, das stellt erstmals eine soeben erschienene Studie zusammen. Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist ein wichtiges Instrument zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften für Unternehmen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden zu Teilhabern und partizipieren von der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Unternehmens. Das Ziel der Bundesregierung ist es, Mitarbeiterkapitalbeteiligungen gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen und auch Start-ups zu erhöhen. bmwi.de

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Deutschland hat Platz für WölfeIn vielen Gebieten Deutschlands besteht die Möglichkeit, dass im Zuge der Ausbreitung wei- tere Wolfsterritorien gegründet werden. Mit durchziehenden Wölfen muss in ganz Deutsch- land gerechnet werden. Daher kommt es maßgeblich darauf an, Herdenschutzmaßnahmen zu fördern und umzusetzen und dadurch Weidetiere vor Wolfsübergriffen zu schützen. Nur so können Nutztierübergriffe dauerhaft vermieden werden. In Deutschland stehen insgesamt zwischen 700 und 1.400 potenzielle Wolfsreviere zur Verfügung, von den Alpen und dem Alpenvorland über die jetzigen Verbreitungsgebiete in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis etwa nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Autoren einer Studie heben hervor, dass Wölfe nicht nur in Wäldern, sondern auch in agrarisch genutzten Gebieten leben können. „Wölfe brauchen keine vom Menschen unberührte Wildnis“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel, „es reichen störungsfreie Rückzugsgebiete aus.“  taz.de

Noch immer Kinderarbeit auf Kakaoplantagen: Die großen Schoko­ladenproduzenten hatten sich selbstverpflichtet, die Kinderarbeit auf Kakaoplantagen abzubauen. Inzwischen scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Dabei haben die Hersteller, um gesetzliche Regelungen in den USA zu vermeiden, vor 19 Jahren im sogenannten Harkin-Engel-Protokoll zugestanden, wenigstens die gefährlichsten Formen von Kinderarbeit in den Hauptanbauländern für Kakao, Elfenbeinküste und Ghana, um 70 Prozent zu reduzieren. 2015 war als Ziel anvisiert, selbst 2020 hat man es nicht erreicht. spiegel.de

US-Trinkwasser: Ist an vielen Orten mit Industriechemikalien belastet, die Krebs auslösen können. deutschlandfunk.de 
Hungersnot in Afrika: Minister Müller warnt dass 25 Millionen Menschen eine Hungersnot in Ostafrika droht. br.de
Bodenpreise: Steigende Preise für Ackerland werden für Bauern zum Problem. dlf.de
Nicht nur für weiße Menschen: Afrikanische Länder kommen dabei in der öffentlichen Wahrnehmung der Klimabewegung zu kurz. editionf.com

DAS LETZTE:

Fakenews machen Medizinern das Arbeiten schwer: Weltweit schlagen Ärzte wegen Falschmeldungen Alarm. Nun veröffentlichten sie einen „offenen Brief“, in dem sie die Falschinformationen beklagten. „Als Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger/innen und Gesundheitsexpert/innen aus der ganzen Welt müssen wir jetzt Alarm schlagen. Es ist unsere Aufgabe, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. Wir haben es in diesem Moment allerdings nicht nur mit der COVID-19-Pandemie zu tun, sondern auch mit einer weltweiten “Infodemie”, bei der durch Fehlinformationen, die sich in den sozialen Medien viral verbreiten, auf der ganzen Welt Menschenleben gefährdet werden. Berichte, in denen behauptet wird, dass Kokain ein Heilmittel sei oder dass COVID-19 von China oder den USA als biologische Waffe entwickelt wurde, haben sich schneller verbreitet als das Virus selbst. Technologieunternehmen versuchen zu reagieren, indem sie bestimmte Inhalte, wenn sie gemeldet werden, löschen und es der Weltgesundheitsorganisation gleichzeitig erlauben, kostenlose Anzeigen zu schalten.  Diese Anstrengungen sind aber bei weitem nicht genug. Die Flutwelle an falschen und irreführenden Inhalten über das Coronavirus ist kein isolierter Ausbruch von Desinformation, sondern Teil eines globalen Problems. Auf Facebook haben wir Behauptungen beobachtet, dass Chlordioxid Menschen hilft, die an Autismus und Krebs leiden, dass Millionen von Amerikanern durch die Polio-Spritze ein „Krebsvirus“ verabreicht wurde oder dass ADHS von den großen Pharmakonzernen erfunden wurde usw. mehr auf  avaaz.org

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Alle Bilder Quelle: pixabay.com

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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