FAIReconomics Newsletter KW 24 NACHRICHTEN

Linke will Kohleausstieg bis 2035: Wahlkampf aller Orten. Auf Ihrem Bundesparteitag in Hannover hat die Partei Die Linke einen Kohleausstieg bis zum Jahr 2035 gefordert.  Die 20 emissionsstärksten Kohlekraftwerke sollen schon bis zum Jahr 2020 vom Netz gehen.
klimaretter.info

Streit um Netzentgelte: Noch vor der Sommerpause muss sich die Große Koalition auf bundeseinheitliche Netzentgelte einigen. Über die damit verbundene Umverteilung von rund 2,2 Milliarden Euro ist jetzt ein heftiger Streit entbrannt. Hintergrund: Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Michael Fuchs,  will den durch die Energiewende verursachten Anteil der Netzentgelte in die Umlage beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verschieben. Die SPD droht nun das Gesetz platzen lassen, sollte die Union auf diesem Standpunkt beharren. Dann gibt es in dieser Legislaturperiode keine Lösung mehr.  bizzenergytoday.com

62,1 Prozent der versammelten Aktionäre stimmten bei der Exxon-Hauptversammlung für den Antrag, dass der Konzern künftig die Auswirkungen der Klimaziele auf die Firma detailliert zu berichten habe. nzz.ch

Vermüllung von Nord- und Ostsee: Nach einem Bericht des Umweltbundesamtes ist die Belastung in den heimischen Meeren, also Nord- und Ostsee «besorgniserregend». Produzenten müssten stärker Verantwortung für den weiteren Lebensweg der von ihnen in Umlauf gebrachten Güter übernehmen. umweltbundesamt.de,  handelsblatt.com

CDU- Konservative fordern radikalen Kurswechsel: Zwei Tage nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen strebt der „Berliner Kreis“, ein konservativer Flügel der CDU, auch für die Bundesrepublik einen radikalen Kurswechsel in der Klimapolitik an. Er fordert ein Ende der „moralischen Erpressung“ durch die Klimaforschung und den „Abschied von deutschen Sonderzielen“ bei der Bekämpfung der Treibhausgase. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die unionsinterne Kritik an der deutschen Klimapolitik zu einer Attacke auf Kanzlerin Angela Merkel genutzt. Teile der Union seien offensichtlich auf Trump-Kurs, Frau Merkel als CDU-Vorsitzende müsse jetzt in ihrer Partei für Klarheit sorgen, sonst werde ihr Kurs als Regierungschefin schnell unglaubwürdig. mdr.de ,  saarbruecker-zeitung.de , klimaluegendektor.de

Deutschland und Kalifornien wollen im Klimaschutz enger zusammenrücken: Will man die gobalen Ziele gegen die Erderwärmung erreichen, geht es nicht ohne die Einbindung von  Regionen und Kommunen, sagte Umweltministerin Hendricks nach Gesprächen mit dem kalifornischen Gouverneur Brown. Man reiche aber auch der amerikanischen Regierung in Washington weiterhin die Hand für eine Rückkehr in die Weltklimagemeinschaft, betonte die Bundesumweltministerin. deutschlandfunk.de

Umweltministerin Hendricks bewertet Meereskonferenz als Erfolg: Die UN-Konferenz zum Schutz der Meere hat nach Ansicht von Barbara Hendricks trotz des vorherigen Ausstiegs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen gute Impulse für die weitere internationale Zusammenarbeit geliefert. Gegenüber den USA müsse man deutlich machen, dass man sie bei anderen Umweltthemen im Boot halten wolle. Es sehe danach aus, dass das auch gelinge, sagte Hendricks. Man dürfe nicht so tun, als würden die Amerikaner jetzt gar keinen Umweltschutz mehr machen wollen. zeit.de

Verkehrsminister Dobrindt sieht Maut-Klage gelassen entgegen: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sieht Österreichs Klageankündigung gegen seine Maut gelassen. Auch Österreich habe bei der Einführung seiner Vignette darauf geschaut, dass es zu keiner Doppelbelastung der Österreicher komme. Deutschland stehe dies genauso zu. Zudem will der Bundesverkehrsminister bis 2025 den öffentlichen Stadt- und Regionalverkehr modernisieren. Dabei wird es vor allem um das automatisierte Fahren und die Elektrifizierung gehen.
zeit.de, faz.net (Regionalverkehr)

Buchtipp der Woche: Gute Aussichten für morgen  – Wie wir Klimawandel bewältigen und die Energiewende schaffen können“ Unbestritten ist: Der Klimawandel ist nicht mehr abzuwenden. Statt aber über das Ausmaß zu lamentieren, müssen wir zu einem konstruktiven Umgang mit den einsetzenden Veränderungen finden, die sich auf sämtliche Lebensbereiche auswirken. Die nun eingeleitete Energiewende ist ein guter Anfang. Sven Plöger, bekannt als Metereologe bei der ARD,  zeigt, wie sie gelingen kann und wie wir den Klimawandel letztlich als Chance begreifen können. Der Klimawandel kommt, das steht außer Frage. Doch in welchem Ausmaß wird er uns treffen? Die Folgen werden wir in sämtlichen Lebensbereichen wie Wohnen, Verkehr und Landwirtschaft spüren. Wir werden konstruktive Lösungen finden müssen. Sachliche Unkenntnis und Lobbyismus verschiedener Interessengruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien haben jedoch zu einer undurchdringlichen Vielfalt an Meinungen geführt. Sven Plöger zeigt, wie diese Einzelinteressen endlich überwunden werden können, und macht damit den Blick frei für die Möglichkeiten, die sich uns eröffnen. Denn erst der Klimawandel verstärkt den Zwang, effizientere Technologien zu entwickeln und Alternativen zu fossilen Energieträgern wie erneuerbare Energien zu fördern. westendverlag.de

Umweltbundesamt: Trinkwasserpreise könnten steigen. zeit.de
Tesla: So sollen künftig alle Supercharger per Sonnenenergie versorgt werden. futurezone.at
Fahrraddemo: Über Hundertausend demonstrieren in Berlin für bessere Radbedingungen in der Hauptstadt.  rbb-online.de
Umweltbundesamt: Deutschland verfehlt Umweltziele  klimaretter.info
Atomsteuer: Bundesverfassungsgericht kassiert Schäubles Atomsteuer  fair-economics.de
Biosprit: E 10 verliert Marktanteile proplanta.de
Deutsche Stromnetze: An der Grenze der Belastungsfähigkeit handelsblatt.com

WÖRTLICH GENOMMEN

„Es klebt Blut an meinem Smartphone und an Ihrem vermutlich auch. Auf diese, zugegebenermaßen ziemlich plakative Formel, da könnte man das Problem mit den sogenannten Konfliktmineralien bringen. Tatsächlich stammen einige der begehrten Rohstoffe, die in Smartphones und anderen elektronischen Geräten verbaut sind, aus Krisenregionen. Sie werden zum Teil unter schlimmen Arbeitsbedingungen abgebaut und ihr Verkauf finanziert nicht selten bewaffnete Gruppen und Bürgerkriege.“
Michael Reckordt, Diplom Geograph, arbeitet bei PowerShift als Koordinator des AK Rohstoffe, über die neuen Regeln der EU, die Einfuhr von Mineralien aus Konfliktgebieten zu verschärfen.  Der Fachmann fordert, die Regeln schnellstmöglich nachzubessern. So müssten Verstöße auf jeden Fall sanktionierbar sein. Prinzipiell sei diese Verordnung der Europäischen Union ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch bei einem genaueren Blick sehe man, dass diese Verordnung doch noch erhebliche Schlupflöcher habe. Zum einen sei sie beschränkt auf den sogenannten Upstreame-Bereich, das bedeute von der Mine bis zur Schmelze. Da müssten jetzt Unternehmen gucken, woher kommen ihre Rohstoffe. Aber die ganzen Unternehmen entlang der Rohstoff-Weiterverarbeitung, Automobilhersteller, Handyhersteller, Laptophersteller, hätten leider keine Pflichten auferlegt bekommen. Da müsse die EU schnellstmöglich nachbessern. deutschlandfunk.de

„Ich glaube, dass wir wirklich mit einer extremen Umstrukturierung des Arbeitsmarkts zu kämpfen haben werden. Dieser Umbruch bringt aber auch viele Vorteile. Denn nicht jeder Arbeitsplatz, der mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren gehen wird, ist einer, von dem ich denke, den muss man aber jetzt auch unbedingt erhalten. Schwere Arbeit, wiederholende Arbeit, langweilige Arbeit, Arbeit, von der Menschen nicht sagen, ich gehe mit Begeisterung zum Arbeitsplatz.“
Anke Domscheit-Berg, Unternehmens- und Karriereberaterin sowie ehemalige Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg der Piratenpartei, doch es werde auch Jobs geben, die wegfallen werden. Man müsse sich vom Konzept  der bezahlten Erwerbstätigkeit als Norm für eine Gesellschaft verabschieden. Und die Frage beantworten, wie man die Würde des Menschen, für jeden einzelnen, in einer Gesellschaft sicherstellen könne, wenn das notwendige Geld, das man für ein würdevolles Leben brauche, nicht mehr über Erwerbsarbeit komme. Man käme um Fragen wie das Bedingungslose Grundeinkommen nicht herum. Das sei für sie eine mögliche Antwort auf diese Herausforderung.
br.de

MEHR WISSEN

Klimawandel und Abnahme der Vogelpopulationen: Die Vogelpopulation in Deutschland hat sich seit Mitte der achtziger Jahre halbiert. Jede dritte Art nimmt im Bestand deutlich ab. Der Blick ins europäische Ausland ist nicht viel beruhigender, in den Jahren zwischen 1980 und 2010 sind europaweit aus der Agrarlandschaft 300 Millionen Brutpaare verschwunden, das sind 20 Prozent des gesamten Vogelbestandes Europas. riff-development.de

Gerade entdeckte Meerechsen vom Aussterben bedroht: Auf den Galapagosinseln haben Forscher fünf Meerechsen-Unterarten entdeckt. Doch kaum entdeckt, könnten sie demnächst wieder aussterben. Es gibt nur ein paar hundert Tiere und wildernde  Katzen, aber auch jungen Menschen oder Hotelneubauten vertreiben die Tiere von ihren sonnigen Felsen. Unter diesen Umständen könnten solche gerade erst entdeckten Gruppen verschwinden. faz.net

Technologie für Morgen: Wasserstoff ist für die Industrie seit vielen Jahrzehnten ein interessantes Konzept. Nun wollen die Hersteller von Motoren und Automobilen mit diesen diesen Konzepten auf der Straße, auf der Schiene und in der Luft den Durchbruch erreichen.
ngin-mobility.com

Leonardo di Caprio: will zusammen mit Mexiko Schweinswale retten. stern.de
Kinderarbeit: Klimawandel befördert in einigen Regionen der Erde Kinderarbeit tdh.de
Länger am Netz: Europäische Kernkraftwerke  iwr.de
China: US-Botschafter tritt wegen Kritik an Trumps Klimapolitik zurück zeit.de 

DAS LETZTE:

Museum des Scheiterns: Nicht alle Innovationen müssen funktionieren, das beweist jetzt ein Museum in Südschweden. Dort zeigt Samuel West im Helsingborger  Museum of Failure ( Museum des Scheiterns), Flops wie etwa Google Glass oder grünes Ketchup zeigt. Aus diesen Fehlern können Gründer  lernen. museumoffailure.se , wiwo.de

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