FAIReconomics Newsletter KW 51 NACHRICHTEN

Ihnen und ihren Liebsten wünscht die Redaktion ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins kommende Jahr 2019. Wir versprechen Ihnen: Auch im kommenden Jahr werden uns die Themen nicht ausgehen. Der nächste Newsletter erscheint dann wieder am 7. Januar 2019.
Ihre fair-economics – Redaktion

Einigung in Kattowitz: Die UN-Klimakonferenz in Polen hat nach zähen Verhandlungen ein umfassendes Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gebilligt. Kernziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Umweltverbände zeigten sich in der Nacht zum Sonntag unzufrieden und mahnten zu mehr Klimaschutz und Solidarität mit armen Ländern. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach nach dem Gipfel in Kattowitz (Katowice) von einem „soliden“ Ergebnis. Nötig sei aber weiterhin mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Weltweit müsse der Treibhausgasausstoß nun zügig und deutlich gedrückt werden, der Klimawandel sei nach wie vor „schneller als wir“. Es habe nur „minimale Erfolge“ gegeben, meint beispielsweise der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung. Bei der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern seien kleine Fortschritte erzielt worden, aber im Regelbuch für die Umsetzung des Abkommens von Paris stünden nur Selbstverständlichkeiten drin. Außerdem hätten es die Teilnehmer verpasst, eine verbindliche Regelung für einen weltweiten Emissionshandel zu finden. Eine Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes sei deshalb nicht zu erwarten. faz.net,  tagesschau.de ,  sueddeutsche.de, klimareporter.de, dlf.de

Rechtssprechung Euro 6 Grenzwerte sind nichtig: Die Verwässerung der strengen Euro-6-Grenzwerte für PKW sind jetzt durch das Europäische Gericht für nichtig erklärt worden. Die neuen Grenzwerte waren eine Reaktion auf die Diesel-Manipulationen verschiedener Autohersteller. Die neuesten EU-Standards sehen vor, dass die Abgastests bei der Autozulassung im praktischen Fahrbetrieb durchgeführt werden. Um den Herstellern entgegen zu kommen, hat die EU-Kommission Abweichungen von den Grenzwerten zugelassen. In einer Übergangszeit sollten 168 Milligramm pro Kilometer an Stickoxidausstoß zugelassen sein, anstatt der bei Euro 6 vorgeschriebenen 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Gegen diese Regelung hatten die Städte Paris, Brüssel und Madrid geklagt, weil sie ihre Bemühungen zur Reinhaltung des Luft als gefährdet ansahen. Das Europäische Gericht entschied jetzt, dass die EU-Kommission mit dieser Ausnahmeregelung ihre Kompetenzen überschritten hätte.   taz.de, rp-online.de

Rund 38 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland werden 2018 von den Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das ist ein Anstieg um zwei Prozentpunkte gegenüber 2017. Im Januar, April und Mai haben die Erneuerbaren sogar bis zu 43 Prozent erreicht – voraussichtlich wird das auch im Dezember der Fall sein. Allerdings werde das aktuelle Zubautempo nicht ausreichen, um das 65 Prozent-Ziel bis 2030 zu schaffen. „Wir brauchen daher zügig Sonderausschreibungen für Wind offshore – hier wird bisher Potenzial verschenkt. Zudem brauchen wir Planungs- und Investitionssicherheit für Wind onshore-Projekte. Umso wichtiger ist, dass die Förderung der Akzeptanz für Windkraftprojekte und des dringend notwendigen Netzausbaus nun ganz oben auf der energiepolitischen Agenda steht“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. bdew.de 

Weihnachts-Online-Shopping umweltbewusster gestalten: Paketlieferfahrzeuge in zweiter Reihe, Weihnachten steht vor der Tür. Onlineshopping boomt inzwischen, wer im world wide web einkauft, kann das auch umweltbewusst tun, wenn er schon keinen Fuß in die Läden seiner Nachbarschaft setzen will.  Zum einen sollte man auf Sammelbestellungen achten, zum anderen kann man sich alles in ein Geschäft oder einen Abladeplatz in der Nähe liefern lassen, weil das unnötige Fahrwege erspart. wdr.de

Weihnachtsbäume: Nordmanntannen gelten als der Weihnachtsbaum schlechthin. Doch die Tanne ist in Nordeuropa nicht endemisch, ihre Samen werden im Kaukasus geerntet, auch wenn diese dann hier in riesigen Plantagen heranwachsen. Bei der Ernte der Samen hoch oben in den teilweise bis zu 40 Meter hohen Tannen kommt es immer wieder zu Unfällen, weil meistens ungelernte Arbeiter dort herumklettern. Die Organisation Fair Trees will nun Abhilfe schaffen, die dänische Stiftung hat mit verschiedenen Kooperationspartnern Standards für die Zapfenernte in Georgien festgelegt. welt.de

Deutsches Unternehmen erhält erstmal direkten Zugang zu Lithium: Der Rohstoff ist für die Herstellung von Akkus und die Energiewende wichtig. Nun hat das deutsche Unternehmen ACISA eine Kooperation mit der bolivianischen Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) unterschrieben. Bei der Förderung von Lithium, das als Schlüsselrohstoff für die Elektromobilität gilt, will man sich auf die Region Uyuni konzentrieren, Hier im Salar (Salzsee) im Südwesten Boliviens sollen die weltweit größten Lithium-Vorkommen liegen. Geplant ist von 2022 an eine Förderung von 30.000 bis 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr. Damit lassen sich Hunderttausende E-Autos mit Lithium-Batterien versorgen.  spiegel.de

Kohle rechnet sich in den USA nicht mehr: Ein umstrittener Auftritt auf der Klimakonferenz in Kattowitz spiegelt den Kurs der US-Energiepolitik wider. Doch die Wahlkampfversprechen des USA-Wahlkampf konnte Präsident Trump nicht einhalten. Der Anteil der Kohleenergie an der Stromerzeugung ist gesunken, er liegt lediglich bei 29 Prozent. Obwohl die Trump Administration zahlreiche Umweltauflagen gelockert hat, haben diese ihr Ziel nicht erreicht.  Entscheidungen über bestimmte Kohlekraftwerke werden in den USA auf der Ebene der Bundesstaaten oder sogar auf kommunaler Ebene getroffen, nicht auf Bundesebene. . Entsprechend hat der Präsident kaum Einfluss, zudem entdecken Energiedienstleister mittlerweile, dass es günstiger ist, auf erneuerbare Energie umzustellen, als existierende Kohlekraftwerke weiter zu betreiben. dw.com

BUCHTIPP DER WOCHE:

TUT WAS ! Plädoyer für eine aktive Demokratie „Sollen wir die Demokratie, die trotz all ihrer Fehler immer noch die beste Regierungsform ist, die wir haben, schutzlos dastehen lassen, weil sie zunehmend aus der Mode kommt? Meine Antwort lautet: Nein! Demokratie muss sich verteidigen.“ In seinem leidenschaftlichen Plädoyer für eine aktive Demokratie erklärt Can Dündar, warum es nicht mehr reicht, alle vier Jahre brav seine Stimme abzugeben. Seit Populismus zur globalen Krankheit geworden ist und nur noch 4,5 Prozent der Weltbevölkerung in vollständig demokratischen Zuständen lebt, braucht es Bürger, die sich aktiv an der Politik beteiligen, die ihre Stimme lautstark zu Gehör bringen. Dündar zeigt, wie jeder Einzelne sich für soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit einsetzen kann. Wenn wir uns jetzt einmischen und uns erheben, ist noch nicht alles verloren.  hoffmann-und-campe.de

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Kurssturz der Bitcoins: Setzt der Umwelt zu.  bizz-energy.com
Schweiz: Unzufrieden mit der Deutschen Bahn. handelsblatt.com 
Autohersteller: Hinken ihrem Diesel-Nachrüstplan hinterher. spiegel.de 
Rewe & Penny: Fairtrade Orangensaft mit nachvollziehbarer Lieferkette. finanzen.net 
Greenpeace: Aktivisten demonstrieren in Jänschwalde und Neurath. fair-economics.de
Deutsche Bahn: Politik fordert Radikalumbau beim Staatsunternehmen. manager-magazin.de

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LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG UND IN DEN AUSSCHÜSSEN

Mobilfunkstrahlung: Die Bundesregierung hat den achten Bericht über die „Forschungsergebnisse in Bezug auf die Emissionsminderungsmöglichkeiten der gesamten Mobilfunktechnologie und in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen“ (19/6270) vorgelegt. Der Bericht gibt unter anderem Auskunft über Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Berichtszeitraum ist der 1. September 2016 bis 31. August 2018.

Digitalstrategie vorgestellt: Über die kürzlich veröffentlichte Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ gab Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, dem Ausschuss Digitale Agenda am Mittwochnachmittag Auskunft. In der 21. Sitzung des Ausschusses unter Vorsitz von Hansjörg Durz (CSU) sagte Bär: „Die Umsetzungsstrategie liegt als liquid document vor, sodass wir immer sehen können, was der aktuelle Stand ist.“ Dies bedeute auch, dass sie nicht abschließend sei, sondern stetig weiterentwickelt werde. In der Strategie habe man die fünf Handlungsfelder „Digitale Kompetenz“, „Infrastruktur und Ausstattung“, „Innovation und digitale Transformation“, „Gesellschaft im digitalen Wandel“ sowie „Moderner Staat“ aus dem Koalitionsvertrag abgeleitet, berichtete Bär. Zudem gebe es ein politisches monitoring der Strategie und des Digitalkabinetts, sodass Fortschritte regelmäßig evaluiert würden, kündigte die Staatsministerin dem Ausschuss an. Das Erarbeiten der Strategie, alle Ressorts analog zusammenzubringen, sei „ein neuer Weg im Kanzleramt“ gewesen, bei dem sich unterschiedlicher Workshops und Methoden bedient wurde, sagte Bär. In ihren Nachfragen interessierte sich die CDU-Fraktion für die Umsetzung und einen konkreten Zeitrahmen zum Thema e-Government. Die SPD-Fraktion fragte nach der Einbindung des Ausschusses in die Umsetzung der Digitalstrategie. Ein Vertreter der AfD begrüßte die Strategie, kritisierte aber, dass der Breitbandausbau schleife. Ein Vertreter der FDP-Fraktion kritisierte, dass es sich bei der Strategie um eine „Zusammenstellung zum Abhaken ohne ein Zusammenspiel“ handele und fragte, ob es ein Konzept gebe, das die einzelnen Projekte verbinde und einzelne Inhalte priorisiere. Die Fraktion Die Linke kritisierte, dass eine langfristige Strategie fehle und fragte nach einem Ausblick auf die kommenden Jahrzehnte hinsichtlich der sozialen Folgen der Digitalisierung. Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bemängelte eine Vertreterin, dass es an klaren Prioritäten in der Strategie und an Vorhaben für mehr Frauen in der Digitalbranche fehle.

Familienplanung in Afrika:  Angesichts des massiven Bevölkerungswachstums in Subsahara-Afrika haben sich Experten am Mittwochmittag in einer öffentlichen Anhörung des Entwicklungsausschusses für ein größeres Engagement Deutschlands bei der Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der Rechte von Frauen und Mädchen ausgesprochen. „Deutschland als wichtiger und angesehener Akteur in der Entwicklungspolitik sollte das Thema voranbringen“, urteilte Sonja Birnbaum von Plan International Deutschland. Wenn Mädchen und junge Frauen in Ländern mit hohen Geburtenraten die Selbstbestimmheit und die Mittel hätten, gemäß der eigenen Wünsche und Vorstellungen über Familienplanung zu entscheiden, würden sie weniger Kinder bekommen. bundestag.de

FDP will schnelleren Ausbau von Glasfaser: Digitalisierung im 21. Jahrhundert – Digitale Infrastruktur im Glasfaserausbau“ hat die FDP-Fraktion einen Antrag (19/6398) betitelt, der am Donnerstag durch den Bundestag beraten werden soll. Die Liberalen fordern darin die Bundesregierung unter anderem auf, die Attraktivität des Glasfaserausbaus in ländlichen Regionen zu erhöhen, indem der Ausbau von Regionen mit Förderbedarf beim Glasfaserausbau gebündelt in Regions-Clustern ausgeschrieben wird. Im Interesse eines schnelleren Ausbaus der Glasfaserinfrastruktur in der Fläche sollen nach den Vorstellungen der FDP-Fraktion auch innovative Verlegetechniken, wie beispielsweise Micro-Trenching, gefördert werden, „um Glasfaser bis zur Haustür als Standard und nicht als Privileg zu etablieren.“

Löschung von Bränden bei e-Autos: Um die Löschung von Bränden bei Elektrofahrzeugen geht es in einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/6304). Darin schreibt die Fraktion, dass das Löschen von Bränden bei Elektrofahrzeugen problematisch sei, „da die Lithium-Ionen-Batterien sich selbst entzünden können und es aufgrund des Hochvoltsystems zu einem Stromschlag kommen kann“. Außerdem sei für die Bergung eine qualifizierte Elektrofachkraft notwendig, wenn bei einem Unfall Hochvolt-Komponenten beschädigt worden sind, da die Gefahr eines Brandes beziehungsweise einer Explosion bestehe. Wissen wollen die Abgeordneten, wie die Bundesregierung „die Sicherheit der zunehmenden Anzahl an E-Fahrzeugen“ bei Unfällen gewährleistet.

Kosten für Klimaziel-Verfehlung: Die Bundesregierung kann noch keine Angaben zu dem bis 2020 erwarteten Defiziten im EU-Effort-Sharing-System machen. Entsprechend seien auch die daraus entstehenden Kosten für mögliche Emissionsberechtigungskäufe noch nicht veranschlagungsreif, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (19/6176) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/5326). Das Effort-Sharing-System umfasst die nicht vom EU-Emissionshandel umfassten Sektoren. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland die darin avisierten Minderungsziele verfehlen wird.

Nachbesserungen bei REACH-Verordnung: Die Bundesregierung drängt auf Verbesserungen bei der europäischen Chemie-Regulierung unter der REACH-Verordnung. In einer Antwort (19/6251) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/5712) führt die Bundesregierung aus, dass unter anderem die Zahl der durch die Europäischen Chemikalienagentur durchgeführten Dossierevaluierung erhöht werden müsse. Auch bei der Ressourcenausstattung der Behörde, der Geschwindigkeit der Verfahren sowie der Datenqualität und -aktualität in den Dossiers sieht die Bundesregierung Verbesserungsbedarf. Zudem sollte laut Antwort über eine Kostenbeteiligung der Registranten diskutiert werden. Allerdings habe die EU-Kommission diese Vorschläge noch nicht aufgegriffen, schränkt die Bundesregierung in der Antwort ein.

Deutschland hat keine Meinung zu Wölfen in der EU: Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich im Vorfeld der Sitzung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention des Europarates nicht auf eine gemeinsame Position zu einem Antrag der Schweiz zum Wolfsschutz verständigen können. Mangels qualifizierter Mehrheit müssten sich die EU-Staaten bei einer Abstimmung enthalten. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (19/6175) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/5789) hervor. Der Antrag sah vor, den Schutzstatus des Wolfes abzuschwächen, um ihn im Ausnahmefall bejagen zu können. Die EU-Kommission hatte laut Antwort vorgeschlagen, die Abstimmung zu verschieben, „bis aktuellere Informationen über den Erhaltungszustand des Wolfes in der Union vorliegen“. Deutschland habe sich bei der Abstimmung über diesen Vorschlag enthalten, heißt es in der Antwort.

Fahrverbote einschränken: Die Bundesregierung will mögliche Fahrverbote aufgrund der Überschreitung des EU-Grenzwertes für Stickstoffdioxid einschränken. Sie sollen künftig in der Regel nur dann in Erwägung gezogen werden können, wenn in den betroffenen Gebieten ein Jahresmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wird. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zudem sollen Kraftfahrzeuge der Schadstoffklassen Euro 6 sowie Euro VI, bestimmte Euro 4 und 5 sowie unter bestimmten Bedingungen nachgerüstete Busse, schwere Kommunalfahrzeuge und Handwerker- und Lieferfahrzeuge (2,8 bis 7,8 Tonnen) von den Verkehrsverboten ausgenommen werden. Dies sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (19/6635) zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vor. Die Bundesregierung hat den Entwurf als „besonders eilbedürftig“ erklärt. Die Bundesregierung begründet ihr Vorhaben damit, dass bei Überschreitungen des Grenzwertes unterhalb von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ein Verkehrsverbot in der Regel nicht erforderlich und unverhältnismäßig sei. Es sei davon auszugehen, dass der Grenzwerte „bereits aufgrund der Maßnahmen, die die Bundesregierung schon beschlossen hat“, eingehalten werde. Bei Überschreitung oberhalb von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft könne die Anordnung von Verkehrsverboten hingegen „geeignet, erforderlich und verhältnismäßig im engeren Sinne sein“, um die Einhaltung des Grenzwertes sicherzustellen. Die Ausnahmen von diesen Verkehrsverboten für bestimmte Euro 4 und Euro 5 sowie generell Euro 6 begründet die Bundesregierung wiederum „aus Gründen der Verhältnismäßigkeit“. Zudem werde mit den Regelungen „auch die erforderliche Rechtssicherheit vor Verkehrsverboten für Fahrzeuge mit einer geeigneten Hardware-Nachrüstung geschaffen“, heißt es in dem Entwurf.

Lichtverschmutzung: Die FDP-Fraktion thematisiert in einer Kleinen Anfrage (19/6259) Lichtverschmutzung und die Folgen insbesondere für Insekten. Von der Bundesregierung will die Fraktion unter anderem wissen, in welcher Form sie Gemeinden unterstützt, alternative Lichtkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Biodiversitäts-Monitoring: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen greift in einer Kleinen Anfrage (19/6283) den vom Bundesumweltministerium geplanten Aufbau eines nationalen Monitoringzentrums für Biodiversität auf. Die Fraktion will unter anderem wissen, welche Akteure daran beteiligt sind und wie der Zeitablauf des Aufbaus aussieht. Die Grünen betonen, dass „dringender Handlungsbedarf zur Standardisierung, Zusammenführung und dauerhaften Bereitstellung von Daten zur Natur in Deutschland“ bestünde und bislang eine „bundesweite, flächendeckende Darstellung von Beobachtungsdaten zu Lebewesen“ fehle.

Schäden im Wald durch Trockenheit: Die FDP-Fraktion thematisiert die Folgen der anhaltenden Trockenheit der letzten Monate und die Schäden durch Stürme im vergangenen Jahr für die heimischen Wälder. In einer Kleinen Anfrage (19/6255) wollen die Abgeordneten von der Bundesregierung unter anderem wissen, wie hoch der finanzielle Schaden für das Jahr 2018 geschätzt wird. Außerdem soll dazu Stellung bezogen werden, ob die Einrichtung eines kontinuierlichen forstlichen Schadenmonitorings auf bundesweiter Ebene als sinnvoll oder notwendig erachtet wird.

Kupfer im Weinbau: Die FDP-Fraktion stellt den Einsatz kupferhaltiger Präparate als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten in landwirtschaftlichen Kulturen in den Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage (19/6254). Die Bundesregierung soll unter anderem die Einschätzung der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) beurteilen, wonach der Einsatz von Kupferpräparaten in der Landwirtschaft negative ökotoxikologische Auswirkungen habe. Darüber hinaus soll angegeben werden, auf welcher Fläche und zu welchem Zweck in Deutschland Kupferpräparate als Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden.

Gegen Plastikmüll: Mit einem verbindlichen Abfallvermeidungsziel, einer Abgabe auf Wegwerfprodukte, einer Verschärfung der Pfandregelungen und der deutschlandweiten Einführungen einer Wertstofftonne will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gegen Plastikmüll vorgehen. „Die Verschmutzung der Natur mit Plastik und Mikroplastik hat ein dramatisches Ausmaß angenommen und ist eine größten globalen Umweltkrisen“, begründen die Grünen ihren Vorstoß. In Deutschland bestehe riesiger Handlungsbedarf, da Deutschland europaweit „das Schlusslicht bei der Vermeidung von Verpackungsmüll“ sei, heißt es in einem Antrag der Fraktion (19/6129). Konkret schlagen die Abgeordneten beispielsweise vor, ein Abfallvermeidungsziel für Verpackungsmüll von 110 Kilogramm pro Kopf bis 2030 festzuschreiben. Dazu solle Plastikverpackungen nur 18 Kilogramm pro Kopf beitragen dürfen. Zudem wollen die Grünen Einweggetränkeverpackungen verdrängen: Im Verpackungsgesetz soll laut Antrag eine verbindliche Mehrwegquote von 80 Prozent bis 2025 festgehalten werden. Pfand-Ausnahmen bei Einwegverpackungen sollen demnach gestrichen werden. Außerdem schlagen die Grünen eine Neuorganisation der Wertstoffsammlung vor. Die Wertstoffsammlung soll dem Antrag zufolge in kommunale Verantwortung übergehen. Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen soll gemeinsam in einer Wertstofftonne gesammelt werden.

Was ist mit dem Afrika-Fonds? Nach der Funktionsweise des Entwicklungsinvestitionsfonds, der nachhaltiges Wachstum in Afrika schaffen soll, erkundigt sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (19/6193). Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung erfahren, wann der Fonds einsatzfähig sein soll und aus welchen öffentlichen Mitteln er gespeist werden wird. Außerdem fragen sie nach der Fondsstruktur, den Bedingungen der Mittelvergabe und der Rolle der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) bei Aufbau und bei Verwaltung. Die Schaffung des Fonds hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 30. Oktober 2018 auf einer Konferenz in Berlin angekündigt. Dieser solle mit bis zu einer Milliarde Euro aufgefüllt werden. Details zur Funktionsweise seien trotz ausführlicher Abfrage bislang nicht bekannt, kritisieren die Grünen-Abgeordneten.

WÖRTLICH GENOMMEN

„Ich nutze Avocados nicht wegen ihrer Auswirkungen, die sie auf ihre Herkunftsländer haben – legale und illegale Abholzung in Chile, Gewalt und mafiöse Strukturen in Mexiko“
JP McMahon, irischer Sternekoch mit zwei Restaurants, er bezeichnet Avocados als die „Blutdiamanten Mexikos“ und fordert, dass andere Restaurants es ihm gleich tun und sie aus dem Angebot nehmen. Auch Privatleute sollen ihren Konsum seiner Meinung nach reduzieren, Avocados seien Hennen aus Legebatterien gleichzusetzen und genau wie bei diesen Tieren sollte das Bewusstsein sich verändern. Entweder Restaurants streichen Avocados gänzlich von ihren Speisekarten oder reduzieren zumindest deren Verwendung. Eine Alternative wären auch Fair-Trade-Avocados, aber die gäbe es viel zu selten. Der Ausweg liege stattdessen in regionalen und saisonalen Lebensmitteln. merkur.de

„Es werden besonders Jobs wegfallen, die körperlich, stupide, gefährlich oder repetitiv sind. KI-Systeme können mittlerweile nicht nur schwere Lasten anheben, sie übernehmen auch ein Stück weit kognitive Fähigkeiten. Eine KI kann etwa schon riesige Texte nach nicht nur nach bestimmten Schlagwörtern und  sondern auch nach Inhalten durchforsten. Diese lästige Arbeit muss dann in Zukunft kein Mensch mehr machen. Die Leute, die dort nicht mehr benötigt werden, werden dann an aber an anderer Stelle gebraucht.“
Frank Kirchner, Leiter des Robotics Innovation Center am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen, die fortschreitende Automatisierung in der Gesellschaft berge immer eine gewisse Gefahr. Dass Maschinen eine eigene Intelligenz entwickelten und entschieden, die Menschheit auszulöschen, sei sehr unwahrscheinlich. Das sei eher Science-Fiction. Und keine besonders gute. In erster Linie gehe es jetzt darum, die Spaltung des Arbeitsmarktes in Hoch- und Niedrigqualifizierte zu verhindern. Das werde die nächste große gesellschaftliche Herausforderung sein, das zu verhindern. Besonders die Erziehung und Bildung unserer Kinder sei  entscheidend. Hier müsse massiv investiert werden. Da redeten wir nicht über das Doppelte an neuen Lehrkräften, sondern vielleicht über das Zehnfache. weserkurier.de

MEHR WISSEN:

Hohe Kosten für CO2 Reduzierung: Wenn man das Klimaziel auf unter 1,5 Grad halten will, dann sind negative Emissionen, also die Entfernung von COaus der Atmosphäre, ein wichtiges Thema für die Wissenschaft. Nun baut ein Schweizer Unternehmen Anlagen, die das Treibhausgas aus der Luft entfernen – es landet in hoher Reinheit in einem separaten Behälter. Ein Manager des Unternehmens erläutert: „Man kann sich das so vorstellen: CO2 ist eine Säure und wir haben eine spezielle Base gebaut, die das CO2 anzieht, und das Ganze in eine Maschine verpackt, die dieses CO2 dann aus der Luft holt.“ Kritiker befürchten allerdings, dass schon die Diskussion über negative Emissionen dazu führen könnte, dass weniger in ihre Vermeidung investitiert wird. deutschlandfunk.de

Wasserstoff-Stacks: Brennstoffzellen, die in Fahrzeugen eingesetzt werden sollen, müssen besonders hohe Anforderungen erfüllen. Sie sollen eine große Leistungsdichte erreichen sowie kompakt und widerstandsfähig gegen Erschütterungen, Vibration und Temperaturschwankungen sein. Außerdem sollen sie sehr zyklenfest, kaltstartfähig und langlebig sein. Forscher eines Fahrzeugherstellers und mehrerer Zulieferfirmen untersuchen, wie sie mobile Brennstoffzellen-Systeme günstiger produzieren und reif für den Massenmarkt machen können. fair-economics.de

Kokosöl statt Palmöl: Palmöl ist in Europa in die Kritik geraten und viele Verbraucher versuchen Lebensmittel, die Palmfette enthalten zu umgehen.  Eine Alternative kann Kokosöl sein. Doch so einfach scheint auch des nicht zu sein. So warnt der WWF, dass, wenn der Trend zunehme, Palmöl durch Kokosöl zu ersetzen, dann hätte das negative Effekte auf die Umwelt, denn es würde mehr Fläche benötigt werden. Denn der Ertrag der Palmölpflanze liegt pro Hektar etwa fünfmal höher als beim Kokosöl.  Ein Austausch der Öle ist damit noch schlechter für die Umwelt. spektrum.de

Für Weihnachten: Zwölf nachhaltige Geschenkideen. bento.de 
Weihnachtsbaum: Alternativen zum Weihnachtsbaum aus Plantagen. utopia.de
Afrikatourismus: Die älteste Lodge in Kenia wird grün. theeastafrican.co.ke
Hochhäuser: Sind diese in Zeiten wachsender Urbanität unverzichtbar? deutschlandfunk.de
Museen: Wie man mit dem afrikanischen Erbe umgeht. tagesspiegel.de
Kampf gegen den Klimawandel: Wo Mensch kämpfen und wo sie schon aufgegeben haben. zeit.de

DAS LETZTE:

Aus Scheisse Kohle machen: Eine Toilette, aus der Energiegewonnen werden kann, dann der Klogang Energie liefern?  Israelische Forscher glauben, Ja. Amit Gross und Reut Yahav-Spitzer verwandelten im Labor menschlichen Kot in Kohle. In einem Druckgefäß pressten die Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität in Beerscheva die Exkremente unter starker Hitze zu Kohle. Unter ähnlichen Bedingungen ist Kohle auch natürlich entstanden – allerdings brauchte der Prozess wesentlich länger. Im Labor dauert die sogenannte Hydrothermale Carbonisierung (HTC) gerade einmal zwischen zehn Minuten und zwei Stunden. Die Energiebilanz des Verfahrens gibt den Forschern Hoffnung, dass die Technik Schule machen könnte. heute.de

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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