Um den Klimaschutz voranzutreiben ud die Erderwärmung einzudämmen werden nach der Berechnung der Internationalen Energiebehörde IAE bis zum Jahr 2050 rund eine Billion Dollar an Investitionen notwendig sein, um diese Aufgabe zu stemmen. So rückt die Finanzierung von nachhaltigen Produkten immer mehr in den Fokus auch von Institutionellen Anlegern, die ihre Portfolios stärker nachhaltig ausrichten und nach strengen Anlagerichtlinien investieren.

Green Bonds bieten hier eine interessante Anlagemöglichkeit. In dieser Woche nun hat die Förderbank der Bundesrepublik, die KfW, ein globaler Player im Fördergeschäft, einen ersten Green Bond emmitiert. Als Green Bonds werden verzinsliches Wertpapiere bezeichnet, deren Emissionserlös zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten verwendet wird.

Die KfW ist einer der weltweit größten Finanzierer von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Mit ihrem ‚Green Bond – Made by KfW‘ stellt die Förderbank erstmals einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen ihrer Klimaschutzfinanzierung und dem Kapitalmarkt her. Investoren profitieren von der ausgezeichneten Bonität und Liquidität der KfW-Anleihen und engagieren sich gleichzeitig bei der Förderung des Klima- und Umweltschutzes.

Der ‚Green Bond – Made by KfW‘ ist mit einem Volumen von 1,5 Mrd. EUR die bislang größte begebene Neuemission in diesem Marktsegment. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und zahlt einen Kupon in Höhe von 0,375 %. Crédit Agricole, Deutsche Bank und SEB begleiten die Transaktion als Konsortialbanken. Das Orderbuch wuchs innerhalb kürzester Zeit auf ein Volumen von über 2,65 Mrd. EUR an und unterstreicht damit das große Investoreninteresse. Beeindruckend ist vor allem die hohe Streuung des Orderbuchs: 90 Investoren beteiligten sich an der Emission mit einer durchschnittlichen Ordergröße von unter EUR 30 Mio.

Große Nachfrage bei Anlegern

„Diese Emission zeigt deutlich, dass wir mit unserem nachhaltigen Investment-Angebot voll ins Schwarze getroffen haben – unser erster Green Bond ist ein Riesenerfolg. Besonders überzeugen konnten wir die Investoren mit dem hohen Grad an Transparenz und den neuen Qualitätsstandards unseres Green-Bond-Konzepts“, fasst Dr. Günther Bräunig, Kapitalmarktvorstand der KfW, die Ergebnisse der Investorengespräche zusammen, die im Vorfeld der Emission in Europa stattgefunden haben.

Die Emissionserlöse werden an das Kreditprogramm ‚Erneuerbare Energien – Standard‘ gekoppelt. So wird für den Investor deutlich, dass sein Kapital zur Finanzierung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung, insbesondere durch Windkraftanlagen an Land und durch Photovoltaikanlagen, genutzt wird. Vergangenheitswerte belegen, dass eine Investition in Höhe von 1 Mio. EUR im Durchschnitt eine jährliche Treibhausgaseinsparung von 800 Tonnen CO2-Äquivalente bewirkt.

Die positiven und nachhaltigen Umwelteffekte werden vom unabhängigen Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zertifiziert. Zudem prüft und bewertet die im Green-Bond-Markt etablierte und unabhängige Forschungseinrichtung CICERO das Green-Bond-Konzept der KfW. Diese hohen Marktstandards überzeugen viele Investoren.

„Erträge erwirtschaften und dabei gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, diese Maxime hat bei Union Investment Tradition. Wichtig ist für uns, dass ein „grünes Investment“ überprüfbar nachhaltig ist. Wir freuen uns, dass die KfW mit ihrem Green Bond die Anlagemöglichkeiten genau an dieser Stelle innovativ erweitert“, bestätigt Jens Wilhelm, Kapitalmarktvorstand bei Union Investment.

„Für einen Asset Manager der Versicherungswirtschaft bedingen sich Ertrag und Nachhaltigkeit. Beides gehört für mich zum sorgfältigen und umsichtigen Risikomanagement. Daher begrüße ich die Initiative der KfW, Green Bonds zu begeben“, bekräftigt Dr. Thomas Kabisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der MEAG.

Während der Laufzeit des ‚Green Bonds – Made by KfW‘ wird die Mittelverwendung der Emissionserlöse einem fortlaufenden Monitoring unterzogen und quartalsweise auf den Internetseiten der KfW veröffentlicht – dies gewährt hohe Transparenz für Investoren.

Verdoppelung des Marktes innerhalb eines Jahres

Der Markt für Green Bonds hat sich in 2014 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die KfW leistet einen wesentlichen Beitrag, dieses Marktsegment aus der Nische herauszuführen – auch Investoren schätzen dieses Bestreben.

Cecilia Reyes, CIO der Zurich Insurance sagt: „Zurich ist erfreut darüber, dass der wachsende Markt für grüne Anleihen mit der KfW als neuem Emittenten prominente Unterstützung erhält. Diese beruht auf KfW’s Erfolgsgeschichte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und einer soliden Bonität. Zurich ist besonders beeindruckt von dem vorgestellten Reportingansatz. Er erlaubt Investoren, ihren direkten Einfluss zu messen und setzt damit ein Branchenbeispiel, das wir sehr begrüßen“.

Der große Erfolg der ersten Green-Bond-Emission ist richtungsweisend für die zukünftigen Aktivitäten der KfW in diesem Marktsegment. „Wir möchten den strategischen Dialog über ‚Verantwortung am Kapitalmarkt‘ mit Investoren intensivieren. Aufgrund der positiven Resonanz der Investoren ist ein „Green Bond – Made by KfW“ in US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte denkbar“, erklärt Bräunig.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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