(Foto: Carsten Frenzl / https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de by flickr.com)

Die Zukunft der Städte liegt in der effizienten Nutzung von Technologien. Smart City ist das Schlagwort für diese Zukunftstechnologien. Ihr liegt der Gedanke zu Grunde, dass Mithilfe intelligenter, innovativer Infrastrukturen Metropolen die Lebensqualität der Bürger  verbessern, indem sie eine höhere Mobilität, Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit ermöglichen.

Hamburg will mit diesen Zielen nicht hinten anstehen, und so unterzeichneten  Hamburg und das Unternehmen Cisco ein Smart City Memorandum of Understanding (MoU). Das MoU folgt dem Smart City Summit vom Dezember 2013, bei dem öffentliche Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie lokale und internationale Industrie zusammenkamen, um das Projekt einer Smart City zu skizzieren.
Das Papier sieht die Bildung spezifischer Pilotprojekte rund um intelligenten Verkehr, intelligente Steuerung von Straßenbeleuchtungen, sensorgestützte Infrastrukturen sowie Bürgerdienstleistungen vor. Eine Vielzahl von Technologiepartnern haben sich bereiterklärt, an den ersten Projekten mitzuwirken: AGT International, avodaq, InnoTec Data, Philips, Streetline, T-Systems und Worldsensing. Weitere Partner sind eingeladen, sich am offenen Ecosystem zu beteiligen. Unter dem MoU kann Hamburg auch verschiedene Ansätze des von Cisco entwickelten Konzepts Smart+Connected Communities™ (S+CC) für sich definieren und umsetzen. Cisco ist ebenfalls bereit, Hamburg bei der Entwicklung einer digitalen Agenda zu unterstützen.

Smart City = Mehr Konfort

„Mit dem MoU bereiten wir unsere Stadt auf die Zukunft vor“, erklärt Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation bei der Freien und Hansestadt Hamburg. „Die künftigen Möglichkeiten durch die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Objekten werden nicht nur Städte und Kommunen revolutionieren, sondern auch den Bürgern mehr Komfort bieten. Unsere Verantwortung ist es, durch entsprechende Rahmenbedingungen diese Entwicklungen in die richtigen Bahnen zu lenken, damit Chancen genutzt und Herausforderungen bewältigt werden.“

Wettberwerbsfähigkeit

„Städte stehen heutzutage wie Unternehmen in einem Wettbewerb. Sie suchen nach Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu schaffen, Wachstum und Profitabilität zu steigern, effizienter zu werden und vor allem die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern. Cisco ist stolz, mit der Stadt Hamburg und der Hamburg Port Authority (HPA) zusammenzuarbeiten, um gemeinsam Innovationen zu fördern und die Möglichkeiten zu nutzen, die sich durch das Internet of Everything ergeben“, ergänzt Michael Ganser, Senior Vice President Zentral- und Osteuropa bei Cisco.

„Es freut uns sehr, dass wir in Deutschland eine solche Vorzeige-Stadt wie Hamburg dabei unterstützen können, sich auf die künftigen Herausforderungen vorzubereiten“, so Oliver Tuszik, Vice President und Vorsitzender der Geschäftsführung von Cisco in Deutschland. „Mit den Pilotprojekten kann nicht nur die Stadt mögliche Lösungsszenarien testen, auch wir können ein weiteres Mal in der Praxis zeigen, welche konkreten Vorteile heute und in Zukunft durch das Internet of Everything realisierbar sind.“

  Überblick der geplanten Pilotprojekte
Smart City: Intelligentes Verkehrsmanagement und Bürgerdienstleistungen
Die folgenden Smart City Projekte sind derzeit geplant:

– Intelligente Steuerung der Straßenbeleuchtung
– Smart Traffic System zur automatischen, früheren Erkennung von Verkehrsstörungen und zur Optimierung von Verkehrsströmen
– Intelligente sensorgestüzte Überwachung der Infrastruktur, wie zum Beispiel Straßen und Brücken
– Virtuelle Bürgerservice-Lösungen, wo Behördendienstleistungen via hochauflösenden Videoterminals erbracht werden

Hafen
„Der Hafen ist das Herzstück der Hamburger Wirtschaft. Wir können und wollen jedoch Straßen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausbauen. Daher werden wir den Hamburger Hafen in den nächsten Jahren zum smartPORT weiterentwickeln, um die Effizienz auf den vorhandenen Strecken und damit die Qualität seiner Dienstleistungen weiter zu erhöhen“, sagt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA).

Im Umfeld des Hafens soll eine intelligente Stellplatzsteuerung für LKW und Auflader entwickelt werden, um die Verkehrs- und Parksituation zu verbessern. Sie wird flankiert durch ein integriertes Verkehrsmanagementsystem, welches einen optimierten Verkehrsstrom von Autos und LKW erlaubt. Dies soll dabei helfen, Staus zu vermeiden und potentielle Zwischenfälle zu erkennen. Neben der optimierten Steuerung der Straßenbeleuchtung steht bei der HPA auch das Erfassen und Bewerten von Emissionsdaten auf dem Plan, um etwa bessere Vorhersagen von Lärm, Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder -verschmutzung zu liefern. Schließlich werden Hafeneinrichtungen überwacht, um einen sicheren und effizienten Ablauf zu gewährleisten.

HafenCity
In der HafenCity, das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas, soll unter den Pilotprojekten eine integrierte E-Mobilitäts-Lösung den Verkehr reduzieren und optimieren, indem verschiedene Möglichkeiten wie Autos/Elektroautos, Fahrräder/Elektroräder im Carsharing-Modell angeboten werden. Außerdem wird eine intelligente Gebäude-Lösung (Smart Building Solution) getestet.

Next Steps
Für Ende Mai 2014 sind weitere Planungsworkshops vorgesehen. Auf dieser Grundlage werden zusätzliche Partner gesucht. Ende Juni 2014 wird entschieden, welche Pilotprojekte konkret umgesetzt werden.
Um einen weiteren Beitrag zur IT-Fachkräftesicherung zu leisten, ist eine mögliche Erweiterung des Lernangebots der Cisco Networking Academy an berufs- und allgemeinbildenden Schulen sowie Universitäten und in der Erwachsenenbildung geplant. In den vergangenen zehn Jahren haben bereits etwa 2.000 Teilnehmer/innen aus Hamburg an Kursen der Cisco Networking Academy teilgenommen. Neue Lernangebote im Bereich Smart Grid, Cybersecurity und Internet of Everything werden den Hamburger Schülern und Studierenden auf der Lernplattform der Cisco Networking Academy zugänglich gemacht.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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