Dr. Peya Mushelenga, Minister for Urban Development Namibia

Namibia hat seit einigen Jahren eine Immobilienkrise. Hintergrund ist der ständige Zustrom ländlicher Bevölkerung in die städtischen Räume. Doch Wohnraum ist knapp, und die Regierung sucht nach Möglichkeiten, in einem Low Cost Housing Programm, dieses Problem in den Griff zu bekommen. 

Es fehlt nicht an guten Willen oder an Land, das die Kommunen zur Verfügung stellen würden, es fehlt an internationalen Investoren, die bereit wären, in diesem Bereich zu investieren. 

Einerseits spielt die Mikrofinanzierung von Wohnraum eine wichtige Rolle bei der Erhöhung des Wohnungsangebots, andererseits gilt der Geschäftsbankenbereich in Namibia als gut kapitalisiert und profitabel. Obwohl die Banken gesund zu sein scheinen, sind sie dennoch Risiken wie dem Kreditrisiko aus Haushaltshypotheken ausgesetzt. 

Um genau eben diese Lücke zu schließen, reiste jetzt  der zuständige Minister für städtische und Ländliche Entwicklung, Peya Mushelenga, nach Deutschland, um hier um Investoren zu werben. Faireconomics Chefredakteur Frank Tetzel, sprach mit dem Minister über die Entwicklungschancen Namibias.

Der Minister sagte, dass die Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum die Prioritätenliste der Regierung anführt, „weil die meisten Einwohner Namibias zu den Gruppen mit niedrigem und ultra-niedrigem Einkommen gehören und sich daher eine große Anzahl von ihnen keine Häuser leisten kann, die derzeit auf dem Markt sind“

Mushelenga fügte hinzu, dass die Bereitstellung von Wohnraum zu einer der wichtigsten nationalen Entwicklungsprioritäten und einem wichtigen Instrument geworden sei, um Armut und Ungleichheit zu bekämpfen und soziale Harmonie, wirtschaftlichen Fortschritt und politische Stabilität zu erreichen.

In Private Public Partnership Projekten soll nun das Thema weiter angegangen werden, denn die Regierung musste ihren ursprünglichen Plan, 10.000 Häuser pro Jahr zu bauen, um die Hälfte reduzieren. Denn die Bereitstellung von Wohnungen und Häusern, die sich ein durchschnittlicher namibischer Haushalt leisten könne, erfordern ein gutes makroökonomisches Umfeld, eine solide Politik, bessere Daten und einen besseren Zugang zu erschwinglichen Krediten sowie einen funktionierenden Wohnungsmarkt.

„Deshalb haben wir als Nation die Bereitstellung von und den Zugang zu angemessenem Wohnen, insbesondere für die Gruppen mit extrem niedrigem und niedrigem Einkommen, zu einer der wichtigsten Entwicklungsprioritäten gemacht, wie sie in unserer Vision 2030, den Nationalen Entwicklungsplänen und dem Harambee Prosperity Plan zusammengefasst sind“, sagte er.

Inzwischen habe man vor einigen Monaten einen nationalen Wohnberatungsausschuss ins Leben gerufen, der die Mammutaufgabe hat, ihn in allen Fragen rund um das Wohnen im Land zu beraten.

In Deutschland wolle der Minister nun für Investoren sorgen. Denn Namibia biete hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen für Investments. Auch wenn das Land nur 2,2 Millionen Einwohner habe, gebe es ein sehr gut ausgebautes Strassennetz, Eisenbahnen und sonstige Infrastrukturen, die es zu einem Gateway in das südliche SADC Afrika machten, das einen gemeinsamen Markt von etwa 300 Millionen Menschen bilden würde.

 

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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