Der Skutari See in Montenegro ist ein nachhaltiges Reiseziel im Hinterland Montenegros

Der Balkan ist zur Zeit hauptsächlich wegen der Flüchtlingsroute im Gespräch. Dabei gibt es auch eine Reihe touristischer Perlen.  Montenegro ist mit etwa 625.000 Einwohnern und einer Fläche von 13.812 Quadratkilometern  etwas kleiner als Schleswig-Holstein und lebt vom Tourismus in den Küstenregionen.

Dabei eignet sich das Hinterland Montenegros wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft hervorragend zum Wandern und Radfahren. Dafür wird bereits einiges geboten: Es existieren Unterkünfte, markierte Wege, Kartenmaterial sowie Kontakte zu Reiseanbietern.

Montenegros Landschaft ist vielfältig – eindrucksvolle Bergmassive, spektakuläre Schluchten und unberührte Wälder hat das kleine südosteuropäische Land zu bieten. Die Tourismusentwicklung konzentriert sich jedoch auf die Küste, während die touristischen Potenziale des attraktiven Hinterlandes noch wenig genutzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat die Entwicklung von touristischen Standorten in der Zentralregion sowie im Norden Montenegros unetrstützt. In diesen weniger entwickelten Regionen Montenegros sollen dadurch neue Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung entstehen.

Im Vordergrund des Projekts steht die Entwicklung der Regionen Cetinje, Plav und des Gebiets um den Skutari-See. Die GIZ baut lokale Tourismusorganisationen mit auf und unterstützt Vereine in der Entwicklung von neuen touristischen Angeboten wie zum Beispiel Kletterrouten oder Mountainbiking. Gemeinsam mit der Regierung Montenegros arbeiten GIZ-Experten an einem Konzept zur Etablierung des Wander- und Radtourismus in Montenegro. Eine gute Basis dafür bietet das 6.000-Kilometer umfassende Wegenetz, das heute das Hinterland mit den bekannten Küstenregionen verbindet.

Wachsender Agrotourismus

Auch der Agrotourismus wächst in Montenegro. So wurde am Skutari-See eine Weinstraße gegründet. Dort verkaufen montenegrinische Winzer ihren lokal produzierten Wein. Gleichzeitig werden Unterkünfte für Touristen geschaffen und Restaurants gegründet. Die Weinstraße erfreut sich immer größerer Beliebtheit. 30 Weinkeller sind mittlerweile ausgebaut und registriert. Darüber hinaus betreibt der Weinverband das Management und das Marketing komplett selbstständig.

In den letzten Jahren stiegen am Skutari-See die Einnahmen, sodass 13 neue Ranger eingestellt werden konnten. 26 neue Betriebe wurden gegründet, die Waren und Dienstleistungen für  Touristen  anbieten. In Plav etablierte sich die lokale Tourismusorganisation, die unter anderem Wanderkarten anbietet, die mithilfe der GIZ erstellt wurden. Seit vier Jahren führen zwei nationale Agenturen als Geschäftspartner für vier internationale Reiseveranstalter Plav und Prokletije in ihren Programmen. 25 nationale Reiseveranstalter vermarkten mittlerweile Cetinje und den Skutari-See als Ausflugsziele.

Damit die Investitionen in  Infrastruktur, Unterkünfte und Weinkeller dauerhaft zu einem besseren Einkommen für die Bevölkerungen führen, muss die Zahl der Gäste weiter steigen. Das mit GIZ-Unterstützung entwickelte Konzept findet in der Fachwelt große Anerkennung: Der Deutsche Reiseverband würdigte die Wander- und Radwege mit der Verleihung der EcoTrophea 2011 für die nachhaltige Gestaltung des Wegenetzes, das ursprüngliche Hirten- und Wanderpfade sowie alte Handelsrouten nutzt, um die Touristen durch die weitgehend unberührte Natur zu führen. Auf ökologischen und kulturellen Lehrpfaden werden die Besucher für den Schutz der Umwelt und Kultur sensibilisiert.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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