Der Sino-German Ecopark ist ein von der deutschen und chinesischen Regierung politisch flankiertes Pilotprojekt. Auf einer Fläche von fast zwölf Quadratkilometern wird in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong ein  Standort zur Ansiedlung von umweltbewussten deutschen Unternehmen, Forschung und Entwicklung entstehen. Dabei steht die Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich nachhaltiger Entwicklung im Vordergrund, um neue Maßstäbe für ökologische Stadtentwicklung zu setzen.

Vor vier Jahren haben die beiden Regierungen die die Grundlagen für dieses Projekt unterzeichnet,vier Jahre später läuft die Umsetzung. Dabei soll es unter anderem darum gehen, hier Unternehmen anzusiedeln, die sich mit Forschung und Entwicklung oder umweltfreundlicher Technologie beschäftigen. Beide Regierungen sind daran interessiert, an dieser Stelle zu demonstrieren, dass hier ein besonderes Modellprojekt mit internationaler Ausstrahlung und Modellwirkung entsteht.

Ursprünglich war der Park mit einer Fläche von 80 Quadratkilometern geplant, realisiert werden jetzt knapp zwölf Quadratkilometer, die in Bereiche für Wohnen, Produktion sowie Forschung und Entwicklung unterteilt sind. Der Masterplan stammt vom deutschen Architekturbüro gmp, das in Peking auch das chinesische Nationalmuseum errichtethat.

Gericht für geistiges Eigentum

In der Vergangenheit wurde von deutschen Investoren häufig die lockere Behandlung geistigen Eigentums von chinesischer Seite bemängelt. Hier hat man nun bei diesem Projekt vorgesorgt. Ende November wurde im Deutsch-Chinesischen Ökopark Qingdao das erste Gericht für ambulante Konsultation für geistiges Eigentum der Provinz Shandong, das dem mittleren Volksgericht der Stadt Qingdao angehört, offiziell errichtet.

Das Gericht  ist für die Verhandlung der zivilrechtlichen, kriminalrechtlichen sowie administrativen Streitigkeiten zuständig, die zur Gerichtsbarkeit des mittleren Volksgerichts der Stadt Qingdao gehören. Alle Streitigkeiten in erster und zweiter Instanz hinsichtlich geistigen Eigentums im Ökopark und sogar in der Neuen Zone „Westküste Qingdao“ können vor diesem Wandergericht verhandelt werden.

Das Verbindungsbüro werde das ‚Fenster’ nach Deutschland sein, in dem wir  das deutsche Unternehmen, Verbände, auch Regierungsstellen noch besser zu den Möglichkeiten bei der Erschließung des chinesischen Marktes beraten können, die der Ökopark in Qingdao bietet“, sagte der Präsident des Verwaltungsrates des Parks, Zhao Shiyu anlässlich der Eröffnung des Verbindungsbüros heute im Haus der Wirtschaft in München.

Verbindungsbüro Sino German Ökopark, Max-Joseph-Straße 5, 80333 München

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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