500.000 Autos müssen in NRW mit Rußpartikelfiltern nachgerüstet werden.

In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, werden ab dem 1.Juli diesen Jahres nur noch Autos mit grüner Umweltplakette einfahren dürfen. Dieselfahrzeuge mit der Euro 3 Norm werden draußen bleiben müssen. Ob die Besitzer staatlich bei der Nachrüstung ihrer Autos mit Rußparikelfiltern unterstützt werden, ist noch nklar.  Vor dem Hintergrund der Haushaltsberatungen im Deutschen Bundestag haben nun die Umwelt- und Verkehrsverbände Naturschutzbund Deutschland (NABU), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Bundesregierung aufgefordert, die im Koalitionsvertrag angekündigte Förderung der Partikelfilternachrüstung für Diesel-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zu gewährleisten.

Wegen der Verschärfung der Umweltzonen in mehr als zwanzig Städten Nordrhein-Westfalens auf die grüne Umweltplakette wird eine Nachrüstwelle auf die Region rollen.  Schätzungsweise 500.000 Fahrzeuge sind von der Regelung betroffen − so viele wie bei keiner Umstellung zuvor.

Nachrüstung möglich

Halter von Diesel-Fahrzeugen ohne Partikelfilter können ihre Autos zwar nachrüsten. Doch während in den vergangenen Jahren Fahrzeugeigentümer immer wieder mit einer Förderung für die Nachrüstung rechnen konnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch kein verbindlicher Posten im Bundeshaushalt festgelegt worden. Und dies, obwohl die Nachrüstförderung im Koalitionsvertrag ausdrücklich angekündigt wurde.

Betroffen sind nicht nur private Pkw-Halter, sondern auch zahlreiche Gewerbetreibende und kleine bis mittlere Handwerks- und Handelsbetriebe, die auf ihre zum Teil mit Spezialeinbauten versehenen Fahrzeuge angewiesen sind. Die Kosten für die Partikelfilternachrüstung belaufen sich auf 1.000 bis 1.500 Euro pro Fahrzeug.

Aus Sicht der Umwelt- und Verkehrsverbände ist die Untätigkeit der Bundesregierung ein nicht nachvollziehbares Versäumnis. Luftschadstoffe wie Dieselruß sind nach Einstufung der Weltgesundheitsorganisation krebserregend und führen zu Lungen- und Herzkreislauferkrankungen, Arteriosklerose und Fehlentwicklungen des Nervensystems. Außerdem erhöhen sie das Diabetesrisiko insbesondere bei Kindern und können Geburten beeinträchtigen. Die schnellstmögliche Nachrüstung von Fahrzeugen der Euro-3-Stufe ist deshalb dringend erforderlich. Eine Förderung kann entsprechende Impulse setzen.

Der positive Einfluss von Umweltzonen auf die Luftqualität in den Städten ist hinlänglich bewiesen. Deshalb fordern die Verbände die verantwortlichen Politiker auf, ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und den Klimaschutz nachzukommen. Gleichzeitig muss die Bundesregierung Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommunen beim Thema Luftreinhaltung unterstützen.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

Ähnliche Beiträge

Ein generelles Tempolimit auf Bundesautobahnen könnte die Treibhausgasemissionen jährlich je nach...

Wie sehen Fahrzeuge der Zukunft aus? Das ist nicht nur eine Frage des äußeren Designs, sondern...

Das Projekt INNBALANCE will die Serienfertigung von Brennstoffzellen durch die gezielte Senkung der...

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.