Seit sechs Jahren wird regelmäßig am 8. Juni der Tag des Meeres begangen. Seinen Ursprung hat der Tag, der von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, schon beim ersten Erdgipfel von Rio de Janeiro im Jahre 1992. Die UN wollten mit diesem Tag Aufmerksamkeit für die ökologischen Herausforderungen und Bedrohung des Lebensraums Meer schaffen.

Denn die Ozeane spielen – auch für den Menschen – eine bedeutsame Rolle hinsichtlich der Faktoren Ernährungssicherheit und Klima. Darüber hinaus hat das Meer für viele Menschen eine sehr emotionale Bedeutung, man denke nur an die Millionen von Urlaubern, für die Sonne, Strand und Meer – der Inbegriff der Erholung ist. Common Sense ist dass die Meere zum Überleben der Menschheit wichtig sind, und dass viele Staaten, Städte und Regionen große Anstrengungen unternehmen, den Meeresschutz zu verbessern und gegen Verschmutzung, Plastikmüll und Überfischung vorzugehen.

Doch noch immer sind die Meere eine der größten Abfalleimer und Deponien überhaupt. Mehrfach haben wir bei greenMAG über die Folgen der Meeresverschmutzung berichtet. Doch nach wie vor landet viel zu viel Müll in den Ozeanen. Und das nicht nur an der Stränden von Nord- und Ostsee, sondern weltweit. Mit schrecklichen Folgen.

Auch Japan beispielsweise hat unter dem Plastikmüll zu leiden und steht exemplarisch für die globalen Folgen der Meeresverschmutzung. Im April berichtete die japanischen Zeitung Yomiuri Shimbun (Hyperlink: http://www.asianewsnet.net/news-73780.html), wie der Strände der Westküste, die ursprünglichsten und naturbelassensten des Landes, mit Müll aus dem Ausland regelmäßig übersät werden.

Inzwischen werden immer wieder Tausende von Plastikflaschen, Feuerzeuge, Fanggeräte und anderer Müll, einschließlich Haushaltsgeräte und sogar gefährlichen Materialien entlang der Küsten und Strände der Region gefunden.Das japanische Umweltministerium hat daraufhin in einer Langzeituntersuchung über vier Jahren herausgefunden woher der Müll stammt. Auf Flaschenresten und durch verschiedene andere Analysen konnte man die Ursprungsländer des Mülls identifizieren. Eines dieser Ursprungsländer ist das über 300 Kilometer entfernte Südkorea.

Die Meeresströmungen und die relative geografische Nähe zwischen Südkorea und Japan bewirken, dass sich der Müll dort regelmäßig an japanischen Küsten wiederfindet.

Müllentsorgung an Stränden
Müllentsorgung an den Stränden und in küstennahen Gewässern ist ein weltweites Phänomen, doch Indonesien und China gehören zu den größten Verschmutzern. Und vieles davon landet eben an den Küsten anderer Staaten, wie eben beispielsweise Japans.

Immer wieder, so berichten Anwohner bilde man Teams um die Strände zu reinigen, in der Hoffnung, die Meeres- und Küstenlebensräumen, sowie lokale Wirtschaft und Tourismus in der Region so bewahren zu können. Denn neben der Verunreinigung der Strände sind durch das Einbringen von Müll, vor allem auch Plastikmüll, die Fischbestände im traditionellen „Fischland“ Japan bedroht.

So wichtig diese Anstrengungen auch sein mögen, wenn die Ursachen nicht bekämpft werden, droht sich der Müll in den Meeren binnen zehn Jahren zu verdoppeln, wie die Wissenschaftszeitschrift Science im Februar dieses Jahres berichtete.

Nun hat die japanische Seite gehandelt. Einige Präfekturen haben Vertreter aus Südkorea für diesen Herbst eingeladen, um mit ihnen die Probleme zu diskutieren. Und auch ein amerikanischer Umweltaktivist hat sich mit dem Kajak über die See von Japan Richtung Südkorea aufgemacht, um Japans westlichen Nachbarn zu sensibilisieren.

Der Welttag der Ozeane am kommenden Montag, sollte eine Mahnung sein die Meere vor ernsthaften und langfristigen Bedrohungen zu schützen.

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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