FAIReconomics Newsletter KW 03/20 NACHRICHTEN

catwalk-1840941_640 FAIReconomics Newsletter KW03/20 NACHRICHTEN: Mehr Nachhaltigkeit im Textilbereich gefordert, Erdgasboni, CO2 Emissionen gesunken, Mobilität, Neues aus dem Bundestag, klimaneutrales Essen Newsletter

Mehr Nachhaltigkeit im Textilbereich gefordert: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) haben vor dem Beginn der Berliner Fashion Week, die heute startet, die Branche aufgefordert, sich verstärkt für Klimaschutz und faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Hersteller und Handel sollten sich stärker an Nachhaltigkeit orientieren. Schulze kritisierte, seit Jahren gebe es „Entwicklungen im globalen Textilsektor, die nicht nachhaltig sind: immer mehr, immer billiger, immer schneller“. „Die Kosten der globalen Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung stehen leider nicht auf dem Preisschild am Produkt.“  Heute würden in Deutschland 40 Prozent der gekauften Kleidung nie oder nur selten getragen werden, dies sei“aus Sicht des Umwelt- und Ressourcenschutzes schlimm“. Um das zu ändern, müssten zwei wesentliche Veränderungen angestoßen werden. „Zum einen gilt es, für Hersteller und Handel Anreize zu setzen, damit diese sich stärker an Nachhaltigkeit orientieren. Notfalls auch mit gesetzlichen Regeln“, sagte die Ministerin. afp.com , morgenpost.de

Erdgasboni geplant: Im Gesetzentwurf des Kohleausstiegsgesetzes, das am Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden soll, findet man Millionen-Zuschüsse, mit deren Hilfe bisher kohle­gefeuerte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor allem auf Erdgas umgestellt werden sollen. Betreiber, die auf Abfall, Abwärme, Biomasse oder gasförmige oder flüssige Brennstoffe umstellen, sollen eine Einmalzahlung von 180 Euro je Kilowatt Leistung erhalten, den sogenannten Kohleersatzbonus. Mit dieser Regelung will man die Energiewende den beiden Bundesländern Baden-Wür­ttem­berg und Bayern schmackhaft zu machen. Diese befürchten nämlich, mit dem Atomausstieg und ihrem schwachen Ausbau der erneuerbaren Energien von den Nordländern energetisch abhängig zu werden. Insofern hat die Gaspipeline North Stream 2 eine besondere Bedeutung für Deutschland. klimareporter.de

Rund 8767 Stunden Verspätung hat die Bahn jeden Tag.  Die Pünktlichkeitsbilanz vor allem auf hochfrequentierten Verbindungen sieht weit schlechter aus, als die Durchschnittswerte, die die Bahn veröffentlicht. So war im vergangenen November auf der Linie Hannover–Berlin beinahe jeder zweite Zug verspätet, zwischen Frankfurt und Stuttgart fuhren nicht einmal 60 Prozent der Fernzüge nach Plan.  handelsblatt.com

CO2 Emissionen gesunken: Anfang des vergangenen Jahres brach in Deutschland eine große Diskussion über das Erreichen der Klimaziele aus und viele zeigten sich skeptisch, dass man diese hierzulande erreichen würde. Eine Auswertung zeigt nun, dass die deutschen Treibhausgasemissionen 2019 um mehr als 50 Millionen Tonnen sanken. Sie liegen damit etwa 35 Prozent unter dem Niveau von 1990 – also nur noch fünf Prozent­punk­te vom Ziel für 2020 entfernt. Bemüht habe sich die Bundesregierung damit nicht, sie sei ihr eher in den Sch0ß gefallen, meint Agora-Direktor Patrick Graichen: „Entscheidend war einzig und allein der CO2-Preis im europäischen Emissionshandel.“ Dort werden CO2-Zertifikate derzeit für etwa 25 Euro ge­handelt – ein vergleichsweise hoher Preis, so dass die Stromproduktion durch Braun- und Steinkohle deutlich sank. Während die Emissionen im Energiebereich sanken, steigen sie allerdings im Verkehrssektor an. zdf.de , agora-energiewende

Warnung vor Umschichtung von Mitteln: Die Schaffung eines gerechten Übergangsfonds, der ärmeren EU-Regionen bei der Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschaft helfen soll, dürfe nicht auf Kosten der Kohäsionspolitik des Blocks gehen, fordert die EU-Kommissarin für Regionalpolitik. Europäische Regionalpolitiker befürchten, dass der „Gerechte Übergangsfonds“ die für die Kohäsionspolitik bereitgestellten Mittel, die im langfristigen Haushaltsvorschlag der EU für 2021-2027 bereits um sieben Prozent gekürzt wurden, weiter kürzen wird. Im laufenden Haushalt belief sich die Kohäsionspolitik auf 351,8 Milliarden Euro, der zweitgrößte Ausgabenbereich nach der Landwirtschaft. euractiv.de

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Australien – heissestes Jahr der Geschichte: Für Australien melden Meteorologen des Bureau of Meteorology für 2019 das heißeste und auch das trockenste Kalenderjahr auf dem Kontinent seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen. Die durchschnitt­liche Temperatur in Australien lag vergangenes Jahr 1,52 Grad Celsius über dem langjährigen Durch­schnitt. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales waren es sogar 1,95 Grad. Australienweit fielen mit durchschnittlich 277 Millimeter so wenig Niederschläge wie noch nie seit Beginn der Messungen. Die Trockenheit sei ein wesentlicher Faktor bei den Buschfeuern, sagte Behördenchef Karl Braganza.Unterdessen räumte der australische Regierungschef Morrison öffentlich Fehler im Feuer-Krisenmanagement eingeräumt. Der Unterstützer der Kohleindustrie kündigte Änderungen in der Klimapolitik an. sueddeutsche.de, dlf.de , tagesschau.de

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen: Die Welt ist trotz zweier großer Taifune über Japan im vergangenen Jahr einigermaßen glimpflich davon gekommen. Insgesamt verursachten Wirbelstürme, Überschwemmungen, Erdbeben und Waldbrände weltweit Schäden von 150 (2018: 186) Milliarden Dollar. Inflationsbereinigt lagen sie damit nur knapp über dem 30-Jahres-Schnitt (145 Milliarden Dollar). Doch auch an einem insgesamt durchschnittlichen Naturkatastrophen-Jahr erkennen die Experten der Münchener Rück die Folgen der globalen Erwärmung. „2019 gab es zwei Phänomene, die wir mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf den Klimawandel zurückführen können und die wir in den vergangenen Jahren gehäuft beobachten“ manager-magazin.de munichre.com

BUCHTIPP DER WOCHE:

Modebuch FAIReconomics Newsletter KW03/20 NACHRICHTEN: Mehr Nachhaltigkeit im Textilbereich gefordert, Erdgasboni, CO2 Emissionen gesunken, Mobilität, Neues aus dem Bundestag, klimaneutrales Essen Newsletter „How To Break Up With Fast Fashion“ Die Modeindustrie wird oft als zweitgrößter Umweltverschmutzer der Welt bezeichnet, und die globale Bekleidungsproduktion hat sich in den letzten 15 Jahren ungefähr verdoppelt. Überall wollen die Menschen die Art und Weise, wie wir einkaufen, ändern. Dieses Buch wird Ihnen zeigen, wie das gehen könnte. How To Break Up With Fast Fashion“ wird Ihnen helfen, Ihre Denkweise zu ändern, sich wieder in Ihre Garderobe zu verlieben und nachhaltigere Wege des Einkaufens einzuschlagen – vom Kleidertausch bis zum Wohltätigkeitsladen. Lauren Bravo ist eine freie Journalistin, die über Mode, Popkultur, Essen, Reisen und Feminismus für Magazine wie Grazia, Cosmopolitan, den Telegraph und den Guardian schreibt. Sie war auch die Kolumnistin der Pool’s Wardrobe Stories. thebooksellers.com

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Energiepolitik: Bau von Windanlagen an Land eingebrochen. dlf.de
Klimaschutz: Soziologe fürchtet radikalere Klimaschützer. fair-economics.de
Stromproduktion: Die deutschen Offshore-Windkraftwerke haben in 2019 rund 24 Terawattstunden Strom geliefert – ein Plus von 21 Prozent. handelsblatt.com
Lindemann vs. Schulze: Unionsfraktionsvorsitzender wirft Ministerin Umweltverschmutzung vor. spiegel.de
Bilanz der Naturkatastrophen: Weniger Tote durch Unwetter. taz.de
Insektenatlas: Artensterben nimmt bedrohliche Ausmaße an. tagesschau.de
Frankreich: Das Land verzichtet vorerst auf den Bau neuer Atomreaktoren. Frühestens Ende 2022 werde man entscheiden. dw.com
Siemens-Chef Joe Käser: Offeriert Fridays For Future Aufsichtsratsposten. Sie schlägt aus und schlägt Wissenschaftler vor. faz.net
Siemens II: Trotz Protesten hält Siemens an Zulieferung für Kohlebergwerk in Australien fest. n-tv.de
Klöckner: Bundeslandwirtschaftsministerin fordert höhere Nahrungsmittelpreise. berliner-zeitung.de

MOBILITÄT:

Berufspendler:  Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, ist im Durch­schnitt noch immer deutlich schneller am Ziel als die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das gilt jedenfalls für die große Mehrheit der Berufspendler, die weniger als 25 Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen. Für solch kurze Distanzen benötigen den Angaben der Statistiker zufolge 89 Prozent der Pendler mit dem privaten Auto weniger als eine halbe Stunde Fahrzeit. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln schaffen es hingegen nur 56 Prozent der Berufspendler, unter der Marke von 30 Minuten Fahrzeit zu bleiben. faz.net

Bedarf an e-Mobility in Europa: Wenn Europa seine Klimaziele erreichen will, muss es die Zahl öffentlicher Ladesäulen für E-Autos vervielfachen. Aus den 185.000 Ladepunkten Ende 2019 müssten bis 2030 drei Millionen werden. Zu diesem Ergebnis kommt Transport & Environ­ment (T & E), eine Dachorga­ni­sa­tion der europäischen Umweltverbände. Die neue EU-Kommi­ssion unter Präsidentin von der Leyen will, dass die EU-Staaten ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 50 bis 55 Prozent senken. Um das zu schaffen, wären nach Berech­nun­­gen von T & E mindestens 33 Millionen E-Autos im Jahr 2030 notwendig. Kli­ma­neutralität würde so­gar 44 Millionen E-Fahrzeu­ge erfordern. Allein für die neuen Ladesäulen wür­den in den kommen­den zehn Jahren 80 Milliarden Euro anfallen – das entspricht fast dem gesamten 100-Milliar­den-Eu­ro-Budget, das die EU jedes Jahr in die Verkehrsinfrastruktur steckt. tagesspiegel.de

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(Foto: ParkNow)

Smart Parking Apps: „Einsatz von Smart Parking zur CO2-Reduzierung“ lautet der Titel einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/16179). Darin schreiben die Abgeordneten, der Einsatz digitaler und smarter Lösungen im Bereich des Parkens biete großes Potenzial bei der Emissionsreduzierung und bei der Erreichung der Klimaschutzvereinbarungen, könne sich derzeit aber „noch nicht flächendeckend entfalten“. Gefragt wird unter anderem, welche Maßnahmen die Bundesregierung derzeit ausführt und für die Zukunft plant, um den Einsatz von Smart Parking Technologien und Applikationen zu fördern.

Ladestationen: Den geplanten Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge thematisiert die FDP-Fraktion in einer Kleinen Anfrage (19/16157). Die Abgeordneten verweisen auf den Beschluss der Bundesregierung vom 5. November 2019 auf dem Autogipfel, dass bis 2030 eine Million öffentlicher Ladepunkte geschaffen werden sollen. Aktuell gebe es 21.000 öffentlich zugängliche Ladestationen, was bedeute, dass noch 979.000 Ladestationen gebaut werden müssten, heißt es in der Vorlage. Die Bundesregierung wird nun unter anderem gefragt, in welcher Höhe sie mit Kosten für Fördermittel zum Erwerb und Aufstellen von öffentlichen Ladestationen rechnet. Außerdem wollen die Liberalen wissen, inwiefern die Bundesregierung plant, die Länder und Kommunen bei dem geplanten Ausbau von Ladestationen durch finanzielle Aufwendungen zu unterstützen.

Ökotreibstoff: Lufthansa und Swiss fliegen mit landwirtschaftlichen Abfallfetten. spiegel.de
Deutschland: SUV Anteil steigt. taz.de 
Nebenrolle: Auf der CES spielen deutsche Autobauer maximal eine Nebenrolle. welt.de
Elektroautos: Die zehn neuen in diesem Jahr. energyload.de

LETZTE WOCHE IM BUNDESTAG

Förderung von e-Fuels: Welche Maßnahmen die Bundesregierung plant, um den Ausbau von erneuerbaren Energien und Green-Economy-Strukturen in den Schwellen- und Entwicklungsländern, insbesondere hinsichtlich sogenannter E-Fuels zu verbessern, will die FDP-Fraktion mittels einer Kleinen Anfrage (19/16007) erfahren. Darin wollen die Abgeordneten auch wissen, welche Investitionsanreize für Klimaschutzprojekte die Bundesregierung setzen will und wie hoch aktuell ihre Investitionskosten für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind. E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die mittels regenerativ erzeugtem Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid (CO2) hergestellt werden. Nach Ansicht der Fragesteller könnten sie etwa im Verkehrssektor weltweit Anwendung finden.

Fondsbeteiligung des BMZ:  An welchen Fonds das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Durchführungsorganisationen der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit und ohne Haushaltsmittel seit 2014 beteiligt sind, möchte die Fraktion Die Linke mittels einer Kleinen Anfrage (19/16095) erfahren. Darin erkundigen sich die Abgeordneten auch nach der Struktur und Funktionsweise einzelner Fonds, der Überprüfung ihres entwicklungspolitischen Nutzens und der Beteiligung privater Investoren.

Treibhausgasneutralität – übergreifendes Ziel: Die Einhaltung der europarechtlichen Verpflichtungen und der nationalen Klimaziele werden mit dem Klimaschutzgesetz gewährleistet. Das schreibt die Bundesregierung in der Antwort (19/16166) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/15012) zu Formulierungen im November 2019 verabschiedeten Klimaschutzgesetz. Die CO2-Budget-Zahlen des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC) seien aufgrund der Unsicherheiten als Leitfaden für Klimaschutzziele nur bedingt geeignet. Daher werden auch die Emissionspfade des IPCC herangezogen, heißt es darin weiter. Deutschland habe als einer der ersten Vertragsstaaten mit dem Klimaschutzplan 2050 eine Klimalangfrist-Strategie unter dem Pariser Übereinkommen vorgelegt. Im Rahmen der EU-Klimaschutzverordnung trage Deutschland mit seinem festgeschriebenen Minderungsziel „deutlich überdurchschnittlich zum EU-Klimaziel bei“, schreibt die Bundesregierung. Die Formulierung, Treibhausgasneutralität bis 2050 als langfristiges Ziel zu verfolgen, sei als „Zweck des Gesetzes – und damit als übergreifendes Ziel – verankert“, heißt es darin weiter.

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Biberbestand nimmt zu:  Der Bestand des Bibers nimmt in allen drei biogeographischen Regionen Deutschlands zu. Das schreibt die Bundesregierung in der Antwort (19/16112) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/15643) zu Schäden durch das größte in Deutschland lebende Nagetier. Grobe Bestandsschätzungen für den nationalen Bericht nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie ergaben, dass derzeit etwa 50 bis 100 reproduktionsfähige Alttiere in der Alpinen Region, zwischen 1.000 und 5.000 Alttiere in der Atlantischen Region und in der Kontinentalen Region 5.000 bis 50.000 Tiere leben. Für die Alpine Region und die Kontinentale Region werde der Erhaltungszustand des Bibers nach dem FFH-Bericht 2019 als „günstig“ mit sich verbesserndem Gesamttrend bewertet. In der Atlantischen Region werde der Zustand als „ungünstig-unzureichend“ bewertet, heißt es in der Antwort weiter.

Brandgefahr bei Elektrofahrzeugen: „Brände und Gefahren bei beschädigten E-Fahrzeugen“ lautet der Titel einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (19/16187). Darin schreiben die Abgeordneten, von Lithium-Ionen-Batterien gehe eine besondere Brandgefahr aus, „da defekte oder beschädigte Batterien das Risiko der Selbstentzündung bergen“. Vor diesem Hintergrund wird die Bundesregierung unter anderem gefragt, ob sie eine Anpassung des Gefahrgutrechts hinsichtlich des Abtransports von E-Fahrzeugen plant.

Windkraftanlagen im Wald: Von den rund 29.000 Windenergieanlagen in Deutschland liegen knapp 2.000 in Waldgebieten. Das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (19/15404) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/14675). Für Anlagen im Wald müssen vor Beginn der Bauphase durchschnittlich 3.500 Quadratmeter gerodet werden, um Kranplätze und Zufahrtswege zu schaffen. Nach dem Bau nicht mehr benötigte Flächen werden aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen. Veränderungen auf das Mikroklima im Wald können vor allem bei alten Baumbeständen „kleinflächig und lokal“ vorkommen, heißt es in der Antwort weiter. Die Fundamente der Anlagen benötigen im Durchschnitt 380 Quadratmeter, der Turmfuß belegt etwa 30 Quadratmeter. Die Bundesregierung sieht nach §35 Absatz 5 Satz 2 Baugesetzbuch auch bei Windkraftanlagen eine Rückbauverpflichtung vorliegen. Demnach müsse auch die durch das Fundament verursachte Bodenversiegelung rückgängig gemacht werden, die Durchsetzung des Bauplanungsrechts liege allerdings bei den Ländern und Gemeinden.

Hilfen für internationalen Waldschutz: Die Effizienz internationaler Waldhilfe ist Thema einer Kleinen Anfrage (19/16268) der FDP-Fraktion. Unter anderem wollen die Abgeordneten von der Bundesregierung erfahren, welche internationalen Projekte oder Initiativen zum Erhalt, Schutz und zur Aufforstung von Wäldern sie in den Jahren 2014 bis 2019 in welcher Höhe gefördert hat. Weitere Fragen befassen sich mit dem Umstand, dass verschiedene Bundesressorts sich im selben Bereich der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, wobei „Überschneidungen in den Zielen und Mitteln nicht auszuschließen“ seien, wie die Fragesteller betonen.

Glyphosat-Genehmigung bis Ende 2020: Die Bundesregierung geht nicht davon aus, dass es auf EU-Ebene eine Mehrheit für eine Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung über den 15. Dezember 2022 hinaus gibt. Das schreibt sie in einer Antwort (19/15899) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/15091).

Flugtickets mit Dumpingpreisen: In den Eckpunkten für das Klimaschutzprogramm 2030 hat sich die Bundesregierung nach eigener Aussage dafür ausgesprochen, „Dumpingpreise bei Flugtickets zu verhindern, indem diese nicht zu einem Preis unterhalb der anwendbaren Steuern, Zuschläge, Entgelte und Gebühren verkauft werden sollen“. Die Beratungen hierzu seien noch nicht abgeschlossen, heißt es in der Antwort der Regierung (19/15969) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/15576).

WÖRTLICH GENOMMEN

„Jede Form von industrieller Tätigkeit ist notwendigerweise mit Emissionen verbunden. Aber als dreckig ist die deutsche Stahlindustrie deswegen keinesfalls zu bezeichnen, das zeigt sich vor allem im Vergleich mit anderen Ländern. Sämtliche Prozesse wurden im Laufe der Jahrzehnte stetig verbessert und optimiert, sodass es heute in den deutschen Hüttenwerken einen ausgesprochen ausgefuchsten Energieverbund gibt. Der Hochofen als Hauptaggregat der integrierten Stahlproduktion hat mittlerweile einen energetischen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Leider hat dieser fast perfekte Energieverbund einen entscheidenden Nachteil: Er basiert seit jeher auf Kohlenstoff.“
Heinz Jörg Fuhrmann, der Vorstandschef des Branchenriesen Salzgitter AG, klar sei: Energiewende und Klimaschutz gebe es nicht zum Nulltarif. Das gehöre zu den Wahrheiten, die Politiker der Bevölkerung endlich auch zumuten müssten. Zumal es die Bürger ja längst wüssten, nur nicht von offizieller Seite. Das sei übrigens aus seiner Sicht ein wichtiger Verdienst von Greta: Sie habe das ganze Thema demaskiert und individualisiert. Früher sei es als eine abstrakte Sache wahrgenommen worden, die nur Stromkonzerne und vielleicht ein paar Industrieunternehmen etwas angehen würden. Allein für die Salzgitter AG würde die vollständige Umstellung auf die wasserstoffbasierte Direktreduktion etwa drei Milliarden Euro kosten. Unser Werk stehe dabei für rund ein Siebtel der deutschen integrierten Stahlherstellung. Das könne jetzt jeder selbst hoch skalieren. welt.de

„Die Menschen sagen: Ich möchte eigentlich nachhaltig reisen. Aber dieser Urlaub soll am Meer sein, an einem ganz bestimmten Ort, weil er auf Bildern so hübsch aussieht. Es soll Wlan in der Ferienwohnung geben, ich finde keinen Bus zu den Ausflugszielen und brauche also doch ein Mietauto. Der Wunsch nach Nachhaltigkeit ist einer unter sehr vielen, die man an ein Urlaubsziel hat – und hat am Ende oft nur noch geringe Bedeutung.“
Wolfgang Günther, Leiter Nachhaltigkeit im Tourismus beim Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa, es gehe immer um Kosten und Nutzen. Nachhaltigkeit müsse im Vergleich zu gewohnten Reisen günstiger werden, etwa durch CO₂-Bepreisung. Aber nicht nur die Politik, auch die Branche könne viel tun. Wenn man immer wieder daran erinnert werde, dass nachhaltiges Reisen eine tolle Sache sei, dass es Spaß mache, dann gebe das den Leuten einen Schubs. Es müsse leicht sein, nachhaltiger zu reisen. Es mache einen Unterschied, ob es in einem Prospekt irgendwo im Kleingedruckten stehe oder offensiv zum Thema werde. Es sei auch eine Frage von Unternehmensstrategien, welches Entscheidungsumfeld für Kunden geschaffen werde. Und besonders bei den vielen Menschen, die gerne ökologisch und sozial verträglich reisen wollten, also der größere Teil der Bevölkerung, gebe es da Ansatzpunkte.
sueddeutsche.de

MEHR WISSEN

Digitalisierung könnte Klimawandel behindern: Einerseits stecken in der Digitalisierung riesige Chancen, andererseits streamen wir uns zu Tode. Die Digitalisierung ist nicht umweltfreundlich und sie könnte sich sogar zum größten Klimakiller entwickeln. Der IT Bereich ist der Industriezweig  in dem der Strombedarf am schnellsten wächst. Während die Energieintensität bezogen auf die Wirtschaftsleistung weltweit zuletzt um knapp zwei Prozent im Jahr gesunken ist, die Nutzung von Energie aus volkswirtschaftlicher Sicht also immer effizienter wurde, wuchs sie im IT-Bereich um vier Prozent. Eine Studie schätzt den Anteil der Digitalwirtschaft an den globalen Treibhausgasemissionen schon heute auf 3,7 Prozent. Ihr Energieverbrauch steigt jedes Jahr um neun Prozent. Setzt sich dieser Trend fort und nimmt auch das Datenvolumen im Internet weiter alle zwölf Monate um fast 30 Prozent zu, ist die Branche schon in fünf Jahren für acht Prozent aller Emissionen verantwortlich – so viel, wie heute der automobile Verkehrssektor verursacht. rp-online.de

Plastiktütenverbot: Über das Plastiktütenverbot wird gestritten, nützt es wirklich? Oder sind Kunststoffe bloß an der Naturverschmutzung beteiligt und helfen am Ende dem Umweltschutz?  Das Verbot von Plastiktüten stellt nur einen bedeutungslosen Hebel des individuellen Klimaschutzes dar, meinen. Man reduziere damit seinen jährlichen CO2-Ausstoß um lediglich drei Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Flug aus Deutschland auf eine Mittelmeerinsel wie Mallorca produziert pro Kopf rund 700 Kilogramm CO2. Man müsste also mehr als zweihundert Jahre auf Plastiktüten verzichten, um diese Menge einzusparen, rechnet der Initiator der Studie in einem Interview vor. Flugreisen sind also viel relevanter für den Klimaschutz als Kunststofftaschen. Ähnliches gilt für moderne Heiz- und Wärmedämmung: Auch damit ließe sich pro Jahr und Kopf  770 Kilogramm des Treibhausgases vermeiden, so die Berechnungen der Unternehmensberatung. faz.net

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Klimaneutrales Essen: Eine Kommission wollte herausfinden, wie wir uns alle gesund ernähren können, ohne dabei die Umwelt zu ruinieren Die Kommission besteht aus Expertinnen und Experten für Gesundheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Politik und Landwirtschaft und wurde gegründet, um die wissenschaftliche Grundlage für eine Transformation des globalen Ernährungssystems zu schaffen. Bei einem Selbstversuch wurde schnell klar – aller Anfang ist schwer. Doch wenn man große Posten in unserer täglichen Ernährung – wie Rindfleisch, Schweinefleisch, Butter und Käse – weniger oder nicht mehr isst, dann sind schon die allerwichtigsten Schritte getan. deutschlandfunkkultur.de

Australien: Wie bestimmte Medien die Feuer in Australien herunterspielen.  tagesspiegel.de
Norwegen: Riesiges Ölfeld eröffnet. sueddeutsche.de
Reiseanalyse: Drei von vier Urlaubern fliegen mit schlechtem Gewissen. reisevorneun.de

DAS LETZTE:

Roboter statt Glyphosat: Ein Roboter zum Unkrautjäten ist jetzt auf der CES vorgestellt worden. Vor dem Hintergrund des Diskussion über die Schädlichkeit des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat könnte der Entwicklung große Bedeutung zukommen.  Der Roboter, der Odd.Bot Weed Whacker, soll monotone Handarbeit automatisieren, und kann nicht nur zum Unkrautjäten, sondern auch an Stränden zum All und Zigarettenkippen einsammeln eingesetzt werden.
projectbb.org

Über den Autor

Frank Tetzel ist Chefredakteur von FAIReconomics. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen: Energie, Mobilität, Tourismus, Arbeit und Stadt der Zukunft.

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