FAIReconomics KW 46 NACHRICHTEN

Bundesregierung gibt den Widerstand gegen EU-Umweltauflagen auf: Die Bundesregierung wird nicht gegen die schärferen Umweltvorschriften der EU in Bezug auf Kohlekraftwerke klagen. Ende Juli hatte die EU strengere Grenzwerte für Quecksilber, Stickoxid und Feinstaub beschlossen. Da sich Deutschland mehrfach gegen die Verschärfung ausgesprochen hat, wäre eine Klage die letzte Möglichkeit gewesen, diese neuen Regeln zu verhindern. klimaretter.info,  tageschau.de

Waldbesitzer machen Front gegen Windkraftausbau: 23 bekannte deutsche Waldbesitzer machen Front gegen den Ausbau der Windenergie. „Der Bau von Windrädern im Wald sei ein Irrweg, dem die Rechtfertigung fehlt, der dem Klima nicht hilft, der Volkswirtschaft schadet, die Gesellschaft spaltet“ heisst es in der Stellungnahme. Zudem berge er „erhebliche Risiken und Gefahren nicht zuletzt für die Pächter und Betreiber selbst“. Die Waldbesitzer, darunter Ennoch zu Guttenberg, sorgen sich dass die süddeutschen Landesregierungen vermehrt auf den Ausbau von Windenergie setzen wollen, um die Gefahr von unterschiedlichen Preiszonen für Strom zu verhindern. Der preiswerte Windstrom aus Norddeutschland muss über lange Trassen nach Süddeutschland transportiert werden. Die Verfasser schreiben, dass der mit immensem Aufwand betriebene Ausbau der Windkraft nur sehr geringe Ergebnisse bringe: Die Windkraft decke „gerade einmal winzige 2,3 Prozent unseres Gesamtenergiebedarfs“. handelsblatt.com

Rund 210 Kilogramm Kohlendioxid entstehen bei einem Kurzstreckenflug von 700 Kilometern etwa auf der Strecke Düsseldorf-Mailand. Bei einer ineffizienten Airline können es bis 360 Kilogramm sein. Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch liegen wie derjenige einer anderen. Ein Autofahrer produziert etwa 1600 Kilogramm Kohlendioxid im Schnitt. fr-online.de

Umweltverbände mit Gesetzentwurf zum Klimaschutz: Noch verhandeln die Partner über eine zukünftige Jamaika-Koalition, da stellen die Umweltverbände einen Gesetzentwurf vor, der ein Restbudget für die Emission von etwa 10 Gigatonnen Treibhausgasen festlegt und die Wirtschaft zwingen soll, schrittweise saubere Produkte zu entwickeln.  sueddeutsche.de ,  wwf.de (juristisches Gutachten für ein Klimaschutzgesetz)

Erneute Vertagung zur Entscheidung über Glyphosat: Noch immer gibt es keine Entscheidung über die Neuzulassung von Glyphosat, dessen Zulassung in der europäischen Union Mitte Dezember ausläuft. Sie ist wieder vertagt worden. Die EU-Mitgliedstaaten wollten am vergangenen Donnerstag den Vorschlag der EU-Kommission weder mit qualifizierter Mehrheit annehmen noch ablehnen. Nun will die EU-Kommission ein Vermittlungsverfahren einberufen. Unterdessen drohen die Pflanzenschutzhersteller mit Milliardenklagen, falls das Mittel nicht wieder zugelassen wird. agrarheute.comtagesspiegel (Klageandrohung)

Autohersteller nehmen Einfluss auf neue EU-Abgasvorschriften: Die am Mittwoch von der EU-Kommission vorgestellten neuen Grenzwerte für Automobile seien maßgeblich von der Autoindustrie beeinflusst, heisst es von Kritikern. Die Autohersteller müssen den durchschnittlichen CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotten für Pkw und Vans bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent reduzieren. Ursprünglich war von 25 bis 35 Prozent die Rede.  Kommentatoren sehen hier einen Erfolg der Autoindustrie. Auch eine e-Autoquote wird es nicht geben. Unterdessen kritisierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ihren Parteifreund und Außenminister Sigmar Gabriel. Der hatte die EU-Kommission vor zu strengen Abgas-Vorschriften für die Automobil-Industrie gewarnt. Dies sei inhaltlich nicht in Ordnung und außerdem nicht in der Bundesregierung abgestimmt, so die Bundesumweltministerin.  gas-magazin.de  , deutschlandfunk.de (Hendricks), automobilwoche.de

Buchtipp der Woche: Seltene Erden – Umkämpfte Rohstoffe im High-Tech Zeitalter. Auch wenn angeblich der wichtigste Rohstoff in Deutschland und der Industrie hierzulande der Ingenieursgeist ist, so ist das zu kurz gedacht, denn ohne Rohstoffe, funktionieren die meisten HighTech-Entwicklungen nicht. Umso schwerer wiegt das, wenn man sich die Entwicklungen beispielsweise in der e-Mobilität oder der Telekommunikation betrachtet. Es geht zunehmend um sogenannte seltene Erden, die in vielen Bereichen ihren Eingang gefunden haben. Vor allem in den Industriestaaten hat der Run auf die 17 Metalle, die zu ihnen gerechnet werden, begonnen. Und China: Das Reich der Mitte kann Mengen diktieren, weil es ein Quasi Monopolist ist. Ohne Seltene Erden funktioniert unser moderner Alltag nicht mehr. Der zehnte Band der Reihe Stoffgeschichten gibt dem Unbekannten wie Unverzichtbaren ein Gesicht, informiert über Geschichte, Verwendung und Bedeutung von Neodym, Europium & Co. oekom.de

Neuer Anlauf: CO2 Speicherung im Boden von führenden Umweltschützern unterstützt. faz.net
Kohleausstieg: Konzernbündnis will sich von Kohle verabschieden. spiegel.de
Frankreich: Atomausstieg verzögert. handelsblatt.com
Reiche Länder: Zulassungsquote für e-Autos abhängig vom Reichtum der Staaten? euractiv.de
Kohleausstieg: Konzernbündnis will sich von Kohle verabschieden. spiegel.de
Geheimpapier: 1,5 Billionen Euro Klimaschutzkosten.  welt.de
Städte: Zunehmender Einsatz von Elektrofahrzeugen. heise. de
Karstadt- Kaufhof: Kein nachhaltiger Deal. fair-economics.de

WÖRTLICH GENOMMEN

„Ein Austausch und eine neutrale Zusammenfassung und Bewertung der Fakten aus wissenschaftlicher Sicht werden immer wichtiger. Vor allem in Zeiten, in denen Trump aus dem Pariser Klimaabkommen austreten will und Klimaleugner auf der ganzen Welt lauter werden. Es ist wichtig, dass es so ein unabhängiges Gremium gibt und dass es von den Staaten akzeptiert wird. Jede Skepsis am Klimawandel fordert umso mehr eine solide Wissensbasis.“
Daniela Jacob, eine der fast 1.000 Mitautorinnen des Weltklimaberichtes, die Wissenschaftler würden über die nationalen IPCC-Kontaktstellen vorgeschlagen. Danach werde versucht, möglichst ausgewogene Autorenteams zu bilden, um zum Beispiel nicht nur Europäer oder Amerikaner zu einem Kapitel arbeiten zu lassen. Auch die Disziplinen und Geschlechter sollten gleichmäßig vertreten sein. greenpeace-magazin.de

„Räume, die mit dieser innovativen Art von UI-Technologie ausgestattet sind, sehen aus wie Science Fiction. Aber die verstärkte Zusammenarbeit, die in ihnen stattfindet, ist ganz natürlich und intuitiv.“
John Underkoffler, Gründer und CEO von Oblong Industries, ist davon überzeugt, dass alle digitalen Werkzeuge im Arbeitsumfeld auf Zusammenarbeit ausgelegt sein werden. Underkoffler ist davon überzeugt, dass es keine Arbeitsplätze mehr mit „Personal“ Computern geben und die Arbeitsfläche nicht der Bildschirm sein wird, sondern beispielsweise die Wand oder der Raum an sich. Er spricht von „WE by default“ und meint damit, dass das WIR zum Standard wird.  themenportal.de

MEHR WISSEN

Ressourcenfluch: Es gibt Länder auf dem afrikanischen Kontinent, da führt der Weg zum Geld über die Politik und den Ausverkauf der nationalen Rohstoffe. Korruption ist weit verbreitet und gilt in vielen Ländern der Subsahara als systemimmanent, da Geschäfte meistens mit Hilfe persönlicher Beziehungen gemacht werden. Westliche Unternehmen mit einem hohen Corporate-Governance-Anspruch stehen damit vor einem Riesenproblem. Zudem entgehen durch Bestechung und der Verschleuderung der Ressourcen Ländern gewaltige Einnahmen. Selbst bei transparenten Verfahren und marktgerechter Bezahlung wird der Rohstoffreichtum nicht dem Volk zugute kommen. nzz.ch

Das Klima und der Klimawandel verändert unseren Alltag: Schon jetzt spüren wir den  Klimawandel, der sich unmerklich aber sicher durch unterschiedliche Maßnahmen in unserem Alltagsleben bemerkbar  macht. So müssen beispielsweise Strassenbeläge gegenüber höhere  Temperaturen ausgelegt werden oder die Deutsche Bahn muss auf viel befahrenen Strecken Bäume fällen, damit sie bei Extremwettersituationen nicht auf die Gleise fallen. welt.de

Keine Kreuzfahrtschiffe mehr in Venedigs Zentrum:  Die Ozeanriesen sollen künftig nicht mehr an der historischen Altstadt entlang fahren dürfen, sondern eine andere Route weiter weg wählen und in Marghera am Festland anlegen, teilte das italienische Verkehrsministerium mit. Allerdings dürfte es noch drei bis vier Jahre dauern, bis dort das dafür notwendige Kreuzfahrtterminal gebaut ist. spiegel.de

Island: Die Toleranz gegenüber Urlaubern auf der Insel nimmt ab. Einheimische beschweren sich über Vandalismus, steigende Preise und Hotel-Baustellen. welt.de
USA: Können Klimaziele nicht erreichen. derstandard.de
Volvo Ocean Race: Mit Nachhaltigkeit ans Ziel fair-economics.de
Paul Kagame: Ruandas Präsident wurde für seinen Einsatz zur Etablierung des nachhaltigen Tourismus in seinem Land ausgezeichnet. fair-economics.de
Millionengeschäft: Weltweiter Affenhandel. nytimes.com

KALENDER

23. November 2017, 18.00 Uhr Forum Unternehmen und Menschenrechte: „Transparenz und Haftung entlang der Lieferkette –
wie weit geht unternehmerische Verantwortung?“ 
Der Wirtschaft wird eine wichtige Rolle bei einer fairen (Um-) Gestaltung der Globalisierung zugewiesen. Diese Verantwortung wird zunehmend auch durch nationale Gesetzgebung, wie die CSR-Berichtspflicht oder den UK Modern Slavery Act, eingefordert. unternehmen-menschenrechte.org.

28. November 2017, ganztägig, hub Berlin, Europe’s interactive business festival for digital movers and makers hub.berlin

DAS LETZTE:

Kirche will sich digitalisieren: Die evangelische Kirche will sich digitalisieren, um auch wieder junge Zielgruppen anzusprechen. So kann man sich auch Internetgemeinden vorstellen. Auch  Kirche werde künftig weniger als Ort, sondern vielmehr als ein Netzwerk gesehen, in welchem das Gemeindehaus nicht mehr der einzige Knotenpunkt für Gemeinschaftlichkeit ist, sondern einer unter vielen. „Hier wird die Herausforderung für die Kirche sein, ob und wie sie den digitalen Raum mitgestalten will, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. heise.de 

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